Folterlager

Politischer Wille fehlt

Politik / Lesedauer: 1 min

Politischer Wille fehlt
Veröffentlicht:14.07.2016, 19:55
Aktualisiert:23.10.2019, 14:00

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Chile für das Folterlager Colonia Dignidad die Verantwortung zuzuschieben, ist eine geübte Tradition der bundesdeutschen Außenpolitik. Bundespräsident Joachim Gauck hat leider mit diesem unseligen Brauch bei seinem Südamerikabesuch nicht gebrochen. Seine Frau schaute sich in Santiago den aktuellen Kinofilm über die Colonia Dignidad an. Um Opfer persönlich zu treffen, fehlte dem Staatschef offensichtlich die Zeit oder der politische Wille. Dabei liegt aufgrund jahrzehntelanger Kumpanei der deutschen Botschaft mit den Schergen um Sektenchef Paul Schäfer die Verantwortung für die Opfer bei beiden Staaten. Es wirkt obendrein mehr als unglücklich, wenn beim Botschaftsempfang zu Ehren Gaucks Menschen zu Gast waren, die direkt mit der Colonia Dignidad und ihren Untaten im Zusammenhang stehen. Einer von ihnen ist Reinhard Zeitner. Dieser Mann ist in Chile rechtskräftig wegen verübten sexuellen Missbrauchs innerhalb der Colonia verurteilt. Die Aufarbeitung der schlimmen Jahre scheint weiterhin sehr schwierig. Vor allem für die deutsche Botschaft.

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