Konflikt

USA und Iran handeln im Irak ohne Konzept

Politik / Lesedauer: 1 min

Die meisten Politiker in Washington und Teheran wollen keinen Krieg. Doch sie werden ihn bekommen, wenn sie so weitermachen, kommentiert Thomas Seibert.
Veröffentlicht:31.12.2019, 06:00
Aktualisiert:31.12.2019, 11:33

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Im Irak steuern die USA und Iran auf einen Krieg zu, weil sie keine durchdachte Politik in der Region haben. Die USA wollen zwei Dinge, die sich gegenseitig ausschließen: Präsident Trump will US-Truppen aus dem Nahen Osten nach Hause beordern. Gleichzeitig facht seine Regierung den Konflikt mit Teheran an. Das führt dazu, dass immer weniger US-Soldaten immer größeren Risiken durch iranische Streitkräfte und deren Verbündete ausgesetzt sind.

Auch Iran hat keinen konstruktiven Plan. Fast ein halbes Jahrhundert nach der islamischen Revolution ist Teheran weiter unfähig zum Ausgleich mit Israel oder Saudi-Arabien und bleibt in einer teils selbst verschuldeten Isolation gefangen. Zwar konnte Iran seinen Einfluss erheblich ausweiten. Doch der Export von Kämpfern und Waffen nach Irak, Syrien, Libanon und Jemen kostet viel Geld, das für die eigene Bevölkerung dringend benötigt würde.

Unter diesen Voraussetzungen wird der Konflikt im Irak zu einem Nullsummen-Spiel, bei dem jeder Verlust für den Gegner als eigener Sieg verbucht wird. Die meisten Politiker in Washington und Teheran wollen keinen Krieg – doch sie werden ihn bekommen, wenn sie so weitermachen.

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