Hospiz

Hospize sehen Entwurf positiv

Politik / Lesedauer: 2 min

Einrichtungen wünschen sich, dass die ambulante Arbeit noch mehr unterstützt wird
Veröffentlicht:29.04.2015, 21:11
Aktualisiert:24.10.2019, 03:00

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Die Palliativversorgung und die Hospizbewegung stärken – der Gesetzesentwurf von Gesundheitsminister Hermann Gröhe ( CDU ) sieht einige Änderungen in der Versorgung Sterbender vor. Die Hospize in Ulm, Lindau und Bad Grönenbach erhoffen sich viel davon.

Zum ersten Mal sei nun festgelegt, „welche Kosten zuschussfähig sind und welche nicht“, erklärt die Geschäftsführerin des Kinderhospizes St. Nikolaus in Bad Grönenbach , Sabine Colberg . Bisher habe jedes Hospiz einzeln ausgehandelt, was von der Krankenversicherung bezahlt wird. Colberg hält es auch für einen Fortschritt, dass – wenn das Gesetz verabschiedet ist – der Beitrag, den die Krankenversicherung übernimmt, von 90 auf 95 Prozent steigt. Die restlichen Kosten würden in dem Hospiz hauptsächlich durch Spenden finanziert.

Auch Claudia Schumann, Geschäftsführerin des Hospizes , sieht die höhere Abdeckung der zuschussfähigen Kosten durch die Kasse als „riesiges Glück“. Sie sieht in dem Gesetzesentwurf eine „wichtige Aussage der Politik“, die die Hospizarbeit würdigt. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass die ambulanten Hospizdienste noch besser unterstützt werden – das sehe der Gesetzesentwurf teilweise vor. Momentan werden die Personalkosten bezuschusst, Sach- und Verwaltungskosten müsse das Hospiz hingegen selbst tragen. „Ich hoffe, dass sich da etwas tut“, so Schumann.

Die Gründerin des Hospizzentrums Haus Brög zum Engel in Maja Dornier, sieht ebenfalls bei der ambulanten Versorgung Nachholbedarf: Es müssten mehr Anreize geschaffen werden, dass „niedergelassene Ärzte für Hausbesuche bei Sterbenden besser honoriert werden“. Außerdem sei es notwendig, mehr Ehrenamtliche zum aktiven Hospizdienst zu bewegen. „Sie sind eine wichtige Säule in der ambulanten Versorgung“, sagt Dornier. Dass Gröhe im Gesetzentwurf vorschlägt, dass Fahrtkosten der Ehrenamtlichen übernommen werden sollen, sei ein richtiger Schritt. Grundsätzlich findet Dornier, „dass es wichtig und richtig ist, dass in diesem Bereich nachgebessert wird“.