Amtssprache

Die Problematik einer zweiten Amtssprache

Politik / Lesedauer: 1 min

Der etwas andere Blick auf aktuelle Ereignisse. Mal lustig und mal frech, mal übertrieben und mal provokant. Aber immer mit einem Funken Wahrheit.
Veröffentlicht:01.08.2022, 05:24
Aktualisiert:01.08.2022, 05:25

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Vor einigen Wochen hat das Parteilein FDP einen seiner zahlreichen grandiosen Vorschläge präsentiert: In den deutschen Behörden solle Englisch als zweite Amtssprache Einzug halten. Wie kaum anders zu erwarten war, hat der Beamtenbund den Vorschlag abgelehnt. Begründung: „Die Anforderungen an die erforderlichen Fremdsprachenkenntnisse sind beispielsweise je nach Fachrichtung und Region sehr unterschiedlich, sodass die pauschale Einführung von Englisch als zweiter ,Amtssprache‘ hinsichtlich des erforderlichen Mehraufwands wenig zielführend erscheint“, sagte eine Sprecherin.

Im Klartext heißt das: Den Staatsdienern, die ob ihrer extrem belastenden Tätigkeit schon Ströme von Schweiß vergießen, ist eine weitere Amtssprache keinesfalls zumutbar. Da ist natürlich was dran. Man möge bedenken, dass die Damen und Herren derzeit neben ihrem Alltagsstress sowieso schon mit dem Erlernen einer zweiten Sprache belästigt sind. Sie müssen schließlich das Genderische in Wort und Schrift beherrschen, um nicht unangenehm aufzufallen. Wenn man sich dann noch Englisch hinzudenken würde, kämen komplizierte Schreiben heraus. So in etwa: „Dear Steuerschuldner*in, we are not amused, dass die tax declaration ein paar mistakes aufweist. Your Steuerberater*in may nachbessern as soon as possible …”

Hierzu hat ein uns persönlich bekannter Oberstudienrat a. D. angemerkt, vor dem Erlernen der Gender-Sprache oder der Amtssprache Englisch solle man dafür sorgen, dass in den Amtsstuben halbwegs intaktes Deutsch Einzug halte. (vp)