Bedrohungslage

Die Gefahr aus dem Netz

Königsbronn / Lesedauer: 2 min

Die Gefahr aus dem Netz
Veröffentlicht:30.03.2014, 21:25
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

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Die Sicherheitsexperten sind sich einig: Cyber-Sicherheit ist ein in Deutschland bislang unterschätztes Thema. „Die Bedrohungslage ist stark gestiegen“ , sagt Michael Hange, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, der mit 150 Mitarbeitern und einem Budget von 80 Millionen Euro über die Datensicherheit in Deutschland wachen soll. Eine Million Rechner seien infiziert, dazu kämen immer mehr infizierte Smartphones, Websites mit Schadprogrammen und als neue Form auch Cyber-Erpressungen.

Die Firma Zeiss hat darauf reagiert. „Die IT-Sicherheit ist Chefsache bei uns“, sagt Thomas Spitzenpfeil, Vorstand der Carl Zeiss AG. Tausende Angriffe zählt sein Unternehmen pro Monat, der Konzern hält gegen, indem er auf „smarte Systeme“ und gut ausgebildete Mitarbeiter mit geringer „Sorglosigkeit“ setzt.

Doch hilft das in Zeiten, in denen nicht nur kriminelle Organisationen, sondern auch befreundete Staaten Daten in großem Umfang abziehen? „Gegen ein derart massives Ausspähen kann man sich nicht schützen“, meint Arne Schönbohm, Präsident des Vereins Cyber-Sicherheitsrats. Doch man müsse endlich anfangen, nicht nur über das Thema zu reden, sondern zu handeln. Auch Roderich Kiesewetter , Bundestagsabgeordneter aus Aalen und als Präsident des Reservistenverbands Mitveranstalter des Kongresses, wünscht sich mehr Zug in der Politik. Vor allem ein gemeinsames Handeln über Ministerien und Parteien hinweg. Kiesewetter plädiert für „eine Art Bundessicherheitsrat“, der ressortübergreifende Abwehrstrategien aufbauen sollte. „Wir müssen Geld in die Hand nehmen und in die Ausbildung von Datenschutzkompetenz investieren“, fordert er. Und dann verrät Kiesewetter noch seinen persönlichen Tipp, wie das Handy garantiert abhörsicher wird: den Akku rausnehmen – das ist aber nicht bei allen Geräten möglich. (clak)