Grundübel

Afrikas Grundübel ist die Korruption

Politik / Lesedauer: 1 min

Das Grundübel ist die Korruption der politischen Elite vieler Staaten Afrikas. Mit Partnerschaften kann Deutschland helfen – der Antrieb zu Reformen muss aus Afrikas Gesellschaften selbst heraus kommen, kommentiert Ulrich Mendelin.
Veröffentlicht:30.10.2018, 20:45
Aktualisiert:22.10.2019, 15:00

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Afrika hat private Investitionen dringend nötig. Staatliche Entwicklungshilfe hat viel zu wenig Gewicht, um dort wirklich einen Aufschwung zu befördern. In der Vergangenheit haben die Geldgeber oft mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Deswegen ist es richtig, wenn der deutsche Staat gerade für Mittelständler die Risiken abfedert, die ein Engagement südlich der Sahara mit sich bringt.

Allerdings schaffen Investitionen per se noch keinen Aufschwung. Oft genug hat das Engagement westlicher, aber auch asiatischer Konzerne in Afrika gravierende Folgen für Umwelt und Gesellschaft – und schafft noch nicht einmal Jobs, weil nur Rohstoffe ausgebeutet werden.

Das Grundübel ist die ungehemmte Korruption der politischen Elite vieler Staaten Afrikas, sie macht ein solch schädliches Geschäftsgebaren erst möglich. Es gibt aber auch Gegenbeispiele. Auf diese konzentrieren sich die Reformpartnerschaften. Deutschland kann aber tatsächlich nur Partner sein. Der Antrieb zu Reformen muss aus Afrikas Gesellschaften selbst heraus kommen. Nicht überall, aber immer häufiger ist das der Fall – und das ist ein hoffnungsvolles Zeichen.

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