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Corona: War der Biontech-Impfstoff verunreinigt?

Berlin / Lesedauer: 3 min

Der öffentlich-rechtliche MDR hat offenbar Fremdkörper in Chargen gefunden, die schädlich sein können. Der Impfstoffhersteller wiegelt ab.
Veröffentlicht:14.12.2023, 05:00

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Hinweis der Redaktion: Der MDR hat den Beitrag, um den es in diesem Artikel geht, vorerst von seiner Seite genommen. Der Sender teilte dazu mit: „Der ‚Umschau'-Beitrag über Corona-Impfstoffe ist vorübergehend nicht verfügbar. Seit der Veröffentlichung am 12.12. haben uns zahlreiche Fragen und Hinweise erreicht, die wir redaktionell prüfen und einordnen werden.“ Aus Gründen maximaler Transparenz und wegen unserer journalistischen Chronistenpflicht haben wir uns entschieden, unseren Beitrag online zu lassen. Über die weitere Entwicklung werden wir an passender Stelle selbstverständlich berichten.

Ein Beitrag des öffentlich-rechtlichen MDR sorgt für Aufsehen. Die Journalisten haben offenbar teils massive Verunreinigungen im Corona-Impfstoff Corminaty des Herstellers Biontech entdeckt. Der MDR hatte dafür Brigitte König um Hilfe gebeten und fünf Chargen im Labor untersuchen lassen. Alle fünf Chargen wiesen Verunreinigungen auf. König ist Medizinerin, Chemikerin und Biologin sowie externe Professorin an der Medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg. Das Ergebnis der Laboruntersuchung ist laut König besorgniserregend.

Sie sagt: „Aus meiner Sicht ist es ein alarmierendes Ergebnis, dass alle fünf Chargen erhebliche Fremd-DNA innehatten, die weit über dem Grenzwert liegen.“ Schon in der niedrigsten nachgewiesenen Konzentration von Fremd-DNA wurde der laut Weltgesundheitsorganisation WHO erlaubte Grenzwert um das 83-fache übertroffen. Die höchste gefundene Konzentration betrug laut MDR die 354-fache Konzentration des erlaubten Grenzwertes. Laut König sei aber wichtig, dass der Grenzwert nicht überschritten werde. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die fremde DNA in die Zellen des Menschen eindringe, heißt es in dem Beitrag.

DNA-Reste im Impfstoff von Biontech

Die Pharmafirma Moderna, die ebenfalls einen Impfstoff gegen Corona entwickelt hat, weiß um die Gefahren, die fremde DNA-Fragmente mit sich bringen können. In einem Patent zur „Entfernung von DNA-Fragmenten im mRNA-Produktionsprozess“ des Unternehmens heißt es: „Die im mRNA-Herstellungsprozess verwendete DNA-Matrize muss entfernt werden, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Therapeutika zu gewährleisten, da restliche DNA in Arzneimitteln die Aktivierung der angeborenen Reaktion induzieren kann und bei Patientenpopulationen möglicherweise onkogen ist.“ Onkogene sind Krebsgene. Sie sorgen dafür, dass die natürliche Genregulation nicht mehr funktioniert und Krebs entsteht.

Der US-Wissenschaftler Dr. Phillip J. Buckhaults ist ein klarer Befürworter der mRNA-Technologie. Aber auch Buckhaults fand bei vergleichbaren Untersuchungen DNA-Reste im Impfstoff von Biotech Pfizer. Er teilte dem MDR auf Anfrage mit: „Im Moment weiß niemand mit Sicherheit, ob die fremde DNA Schäden verursacht hat oder verursachen wird. Aber es besteh t ganz klar ein begründetes theoretisches Risiko genetischer Schäden an langlebigen Stammzellen.“

Das sagt Biontech selbst

Andere Forscher sehen das entspannter. Emanuel Wyler vom Max Delbrück Center für Molekulare Medizin, ein von der Bundesregierung finanziertes Institut, teilte dem MDR mit, er halte es „für extrem unwahrscheinlich, dass die DNA negative Folgen haben könnte“. Er vermute, es gehe vielmehr darum, „Stimmung zu machen mit dem Thema Corona“.

Das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Überwachung und die Sicherheit von Impfstoffen ist, teilte mit, man habe die Impfstoffe nicht selbst getestet. Das habe aber die Herstellerfirma gemacht - also die Firma Biontech. Und die wiederum schrieb dem MDR, der Impfstoff sei „nicht mit DNA verunreinigt“. Die Chargen seien „einer umfassenden Qualitätskontrollen durch den Hersteller unterzogen“ worden.