Bürgermeisteramt

Anne Hidalgo – die Aufsteigerin

Paris / Lesedauer: 2 min

Anne Hidalgo – die Aufsteigerin
Veröffentlicht:31.03.2014, 20:05
Aktualisiert:24.10.2019, 15:00

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Anne Hidalgo strahlt in den Kreis ihrer Unterstützer: „Ich bin die erste Frau an der Spitze von Paris!“ Soeben hat die adrette Sozialistin bei der Kommunalwahl das Bürgermeisteramt in der französischen Hauptstadt erobert. Damit regiert künftig kein „Monsieur“, sondern eine „Madame Le Maire“ die Stadt.

Im Pariser Rathaus ist die 54-Jährige freilich keine Unbekannte: Hidalgo war 13 Jahre lang Stellvertreterin des scheidenden Bürgermeisters Bertrand Delanoë und weiß, wo den Parisern der Schuh drückt: Die Verkehrs-, Wohn- und Betreuungsprobleme in der verstopften und überteuerten Stadt will sie mit Grünflächen, zusätzlichen Leih- und Elektroautos, neuen Sozialwohnungen und weiteren Kinderbetreuungsstätten lösen.

Hidalgo gilt als arbeitsam und seriös, wirkt wegen ihrer bisweilen hölzernen Ausdrucksweise aber weniger charismatisch als Delanoë, für den sie jahrelang im Hintergrund arbeitete.

Sie brauchte viel Durchsetzungsvermögen, um als Tochter spanischer Einwanderer voranzukommen: 1959 in San Fernando geboren, kam sie mit zwei Jahren nach Frankreich, wuchs in Lyon auf und erhielt 1973 die französische Staatsbürgerschaft. Aus „Ana“ wurde „Anne Hidalgo“. Auch beruflich musste die junge Frau lernen, sich ohne den üblichen Abschluss der Pariser Eliteschulen durchzusetzen. Sie wurde Arbeitsinspektorin, trat 1994 den Sozialisten bei, wurde Beraterin der damaligen Arbeitsministerin Martine Aubry, bis sie Delanoë zu sich ins Rathaus holte.

Nun tritt die Nummer zwei aus dem Schatten ihres Mentors. Einfach war das Rennen indes nicht: Zwar war Hidalgo als Favoritin in den Wahlkampf gestartet, hatte dann aber Mühe, ihre extravagante konservative Konkurrentin Nathalie Kosciusko-Morizet abzuhängen. Die lag nach der ersten Runde sogar vorne. Doch weil Sozialisten, Grüne und andere Linksparteien ihre Listen zusammenlegten, erreichte Hidalgo in der Stichwahl dann doch gut 53 Prozent.