Politik

Alles zum Vergessen

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Die Glosse „Unterm Strich“. Der etwas andere Blick auf aktuelle Ereignisse. Mal lustig und mal frech, mal übertrieben und mal provokant. Aber immer mit einem Funken Wahrheit.
Veröffentlicht:23.01.2023, 05:52
Aktualisiert:22.01.2023, 01:00

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ergesslichkeit kann ein Kreuz sein – oder ein Segen. Ein uns persönlich bekannter Oberstudienrat a. D. hat berichtet, er sei vor Kurzem in seinen Keller marschiert, um etwas zu erledigen. Unten angekommen, sei ihm aber trotz diverser Hin- und Herdenkerei nicht mehr eingefallen, weshalb er eigentlich im Keller stehe. Erst auf halbem Weg nach oben sei es ihm gekommen: Er wollte sich eine Flasche Wein holen. Die sei ihm aber so vergällt gewesen, dass er lieber zwei Flaschen Bier getrunken habe. Die Suchtexperten der Ampel hätten ja herausgefunden, dass Alkohol Teufelszeug sei, aber bevor er auf Cannabis umsteige, wolle er seine Bier- und Weinvorräte doch noch ihrer Bestimmung zuführen. Es sei aber ein Kreuz mit der Vergesslichkeit.

Dem würde unser aktueller Kanzler wohl widersprechen. Der soll nun zum soundsovielten Male vor einem Untersuchungsausschuss in der Cum-ex-Affäre um die Privatbank M.M. Warburg aussagen. Das ist natürlich reine Schikane der Opposition. Schließlich hat der Kanzler versichert, dass er sich an Treffen mit den Warburg-Bankiers nicht erinnern könne. Wie sollte er auch. Es ist ja schon erstaunlich, dass ihm der Name dieser Bank noch im Gedächtnis geblieben ist. Die Details hat er halt vergessen.

Und schon wären wir beim Ober-Bajuwaren Markus Söder. Der vergisst selber nichts, baut aber konsequent auf die Vergesslichkeit seines Publikums. Söder hat 2018 verkündet, zehn Jahre als Ministerpräsident seien genug. Das gelte auch für ihn. Jetzt will er weitermachen – so södert er sich durchs Leben. (vp)