Halbsatz

Wo geht’s hier nach Hollywood?

Panorama / Lesedauer: 1 min

Der etwas andere Blick auf aktuelle Ereignisse. Mal lustig und mal frech, mal übertrieben und mal provokant. Aber immer mit einem Funken Wahrheit.
Veröffentlicht:29.07.2022, 05:00
Aktualisiert:29.07.2022, 09:58

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Der Weg zum Superstar ist beschwerlich: Man muss bei Vorsprechen auf ungemütlichen Fluren mit anderen untalentierten Leuten warten. Nur um dann nach dem ersten Halbsatz das Wort vom Regisseur abgeschnitten zu bekommen, wenn dieser schon im ersten Moment das enorme Potenzial nicht erkennen konnte, der Crétin. Die Folge dieser anstrengenden Jahre sind unbezahlte Strom- und Heizkostenrechnungen, eine miserable Altersvorsorge und eine Knappheit im Kühlschrank, die das Stromabschalten wieder zu einer guten Sache macht, weil ja eh fast nix drin ist, was zu kühlen sich lohnte.

Aber auch mit einem erfolgreichen Engagement ist es mühsam: Das Bruttogehalt deutscher Schauspieler, von denen es ungefähr 15 000 in Deutschland gibt, liegt bei durchschnittlich 2957 Euro. Wobei da wenige Künstler mit äußerst hohen Gagen und sehr viele mit äußerst niedrigem Salär enthalten sind. Jedenfalls bedeutet der Traumberuf für eine Menge Leute Alpträume, wenn sie an ihre Kontoauszüge denken.

Wer Geduld hat und immer weiter dran bleibt, bei dem kann es natürlich auch völlig anders laufen. Tom Cruise zum Beispiel hat sich aus der Armut heraus geschauspielert. Experten schätzen, dass der 60-Jährige nun für seinen neuesten Film „Top Gun: Maverick“ inklusive Gewinnbeteiligungen rund 100 Millionen Dollar kassiert. Das ist trotz der Inflation immer noch ein ganz hübsches Sümmchen, mit dem man einen ganzen Haufen Strom- und Heizkostenabrechnungen bezahlen kann. Und für den Kühlschrank bleibt auch noch ein bisschen was übrig. (nyf)