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VfB paradox: Ohne Sieg mit Achtelfinal-Chancen

BUKAREST / Lesedauer: 2 min

VfB paradox: Ohne Sieg mit Achtelfinal-Chancen
Veröffentlicht:30.09.2009, 12:20

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Es dauerte bis nach Mitternacht, bis die Stuttgarter das Steaua- Stadion von Bukarest verlassen hatten. Babbel und Sportchef Horst Heldt brauchten lange, um ihre Gedanken zu ordnen. Die Tabelle machte Mut, die Leistung aber Sorgen, und so differenziert fiel auch das Fazit der beiden aus. "Wir wollen mehr und erwarten mehr von der Mannschaft. Aber wir sind noch gut im Rennen", sagte Heldt.

Wer nur das Spiel selbst betrachtete, erkannte beim VfB eine für internationale Verhältnisse viel zu lange Mängelliste. Darauf stand vor allem die Passivität der Schwaben nach dem frühen 1:0 durch Serdar Tasci (5. Minute). Dazu gehörten aber auch eine Reihe einfacher, individueller Fehler, die unter anderem den Ausgleich von Serban Varga (48.) begünstigten. "So etwas darf uns auf diesem Niveau nicht passieren", kritisierte Babbel. "Das wird sofort bestraft." Der VfB zeigte die gleichen Schwächen wie beim Auftakt gegen Glasgow (1:1). Auch da hatte er den Gegner nach einer frühen Führung wieder aufgebaut. "Wir sind eben noch in einem Lernprozess", sagte Babbel.

Der Blick auf die Tabelle verrät allerdings, dass man in dieser Gruppe auch ohne internationale Reife weiterkommen kann. Der FC Sevilla zieht mit sechs Punkten vorneweg, dahinter streiten sich mit Stuttgart, Urziceni und Glasgow drei Mannschaften mit einigen Problemen um Platz zwei. Den Rumänen fehlt die Erfahrung und ein guter Sturm, den Schotten die spielerische Klasse. Und so sagte Sami Khedira in der Nacht zu Mittwoch auch, dass er weiter "fest" an den Achtelfinal-Einzug des VfB glaubt. Babbel rechnet sich auch in den kommenden Spielen gegen Sevilla etwas aus: "Da setzt niemand auf uns. Vielleicht treten wir dann anders auf."

Für die schwache Leistung in Bukarest hatte er gleich ein ganzes Bündel von Erklärungen: Ein schwer bespielbarer Platz, ein bissiger und laufstarker Gegner ("Das ist keine Pappnasen-Truppe"), die mangelnde Cleverness des eigenen Teams. "Wir sind eben noch nicht seit zehn Jahren in der Champions League dabei. Die Spieler müssen sich erst an diesen Rhythmus gewöhnen", sagte Babbel.

Hinzu kommen zwei weitere Punkte: Das 3:0 in Frankfurt hat den Stuttgartern längst nicht alle Selbstzweifel der Vorwochen genommen. Und im Kader addieren sich einige individuelle Probleme: Alexander Hleb und Ludovic Magnin sind verletzt, Pawel Pogrebnjak und Thomas Hitzlsperger noch nicht in Bestform. So stehen zurzeit nicht die namhaften, erfahrenen Spieler sinnbildlich für den VfB, sondern eher ein Arthur Boka. Der zeigte gegen Urziceni einige dynamische Vorstöße auf der linken Seite, machte aber auch viele haarsträubende Fehler. Ihm fehlt wie der gesamten Mannschaft die Konstanz.