Modellpalette

T-Time für den Porsche Macan

Stuttgart / Lesedauer: 3 min

Porsches Salamitaktik der breiten Modellpaletten verfängt jetzt auch beim SUV
Veröffentlicht:26.02.2022, 05:00

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Das Porsche-Marketing wetzt wieder die Messer. Weil niemand so filigrane Scheiben von der immer gleichen Salami abschneiden kann wie die Schwaben, sind ihre Modellpaletten weiter gefächert als bei allen Konkurrenten. Und wer dachte, dass ihnen angesichts von zwei Dutzend Taycan-Derivaten oder einem Showroom voller Sportwagen-Ableger beim 911 nichts mehr einfallen würde, den belehrt jetzt die Mannschaft des Macan eines Besseren. Denn um den kleinen Bruder des Cayenne frisch zu halten, legen die schnellen Schwaben jetzt erstmals einen Macan T auf. Der Touring-Macan wird ab April bei den Händlern stehen.

Neu ist die Idee freilich nicht. Schließlich gab es die T-Time bereits 1968 für den Elfer und seitdem immer mal wieder für den 911 und aktuell auch für den 718. Doch zumindest die SUV tragen diesen Buchstaben jetzt zum ersten Mal und versprechen so ein besonders puristisches Fahrerlebnis, melden die Mannen mit den scharfen Messern. Einen spitzen Stift haben die übrigens auch – und kommen für den Neuzugang in der Modellpalette auf 69 462 Euro. Das sind rund 5000 Euro mehr als beim Basismodell und 4000 Euro weniger als beim Macan S.

Ohne großen Aufwand

Der Aufwand für dieses Derivat hält sich freilich in engen Grenzen. Denn unter der Haube bleibt es beim bekannten 2,0-Liter-Turbo, der aus seinen vier Zylindern 265 PS und 400 Nm schöpft. Zwar rühmen die Salamischneider die 60 Kilo Gewichtsvorteil gegenüber dem Sechszylinder aus dem Macan S. Doch liegen die Leistungswerte gleichauf mit dem Basismodell und es ist lediglich einer neuen Abstimmung und dem serienmäßigen Sport-Chrono-Paket zu verdanken, dass der Macan T den Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,2 statt in 6,4 Sekunden schafft. Bei Vollgas dagegen stehen die gleichen 232 km/h auf dem Tacho wie im gewöhnlichen Macan. Während man damit zu Zeiten des ersten 911 T vielleicht noch imponieren konnte, reicht es beim Macan T heute allenfalls fürs Mittelfeld.

Dass man sich am Porschesteuer trotzdem etwas engagierter und eingebundener fühlt, wollen die Schwaben mit einem neuen Setup erreichen. Schon das Stahlfahrwerk haben sie deshalb 15 Millimeter tiefergelegt und wer die erstmals für den Vierzylinder erhältliche Luftfederung bestellt, kommt der Straße nochmal einen Zentimeter näher. Dazu eine strammere Abstimmung für Federn, Dämpfer, Lenkung und Bremsen und die Option auf das sogenannte Torque Vectoring, das die Antriebsmomentverteilung auf die einzelnen Räder regelt – das sollte der Salami ein bisschen Nährwert geben und den Blutdruck in die Höhe treiben.

Elektrifizierung erst 2023

Außerdem haben sich auch die Designer etwas einfallen lassen. Außen gibt es ein paar Anbauteile in Kontrastfarben und einen neuen Radsatz und drinnen wollen sportlich ausgeschnittene Sitze mit auffälligen Mittelbahnen die Adrenalinproduktion ankurbeln.

Zwar hat das T-Modell damit das Zeug, tatsächlich noch einmal für etwas Belebung in der zuletzt etwas abgeflauten Karriere des Macan zu sorgen und den Geländewagen gar über die Runden zu retten. Doch die buchstäblich spannendste Neuerung lässt noch weitere 18 Monate auf sich warten – denn der erste voll elektrische Macan kommt frühestens im Herbst 2023.