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Griechenland

Satire: Nervige Griechen, unvorsichtige Politiker

Panorama / Lesedauer: 1 min

CDU-Landeschef Strobl lässt sich zu zwei schönen Sätzen hinreißen
Veröffentlicht:14.07.2015, 19:04

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Wie viele andere Menschen hat sich auch der baden-württembergische CDU-Landeschef Thomas Strobl sehr gefreut, als er am Montagmorgen von der Einigung mit Griechenland gehört hat. Seine Erleichterung und Freude haben ein paar Fernsehkameras und Mikrofone eingefangen. Thomas Strobl hat sie in folgende Worte gekleidet: „Der Grieche hat jetzt lange genug genervt. Jetzt hoffen wir, dass es eine gute Lösung gibt.“ Zwei schöne Sätze. Zwei sehr durchdachte Sätze. Ausfluss einer messerscharfen Analyse.

Eigenartigerweise ist Thomas Strobl dafür nicht überall gelobt worden. Der SPD-Landeschef Nils Schmid hat ihm per Twitter sogar eine Aufforderung übersandt: „Schämen Sie sich, Herr Strobl!“ Und der SPD-Landtagsabgeordnete und gebürtige Grieche Nikolaos Sakellariou äußerte sich in Facebook dahingehend, dass Strobls erster Satz ein heißer Kandidat für das Unwort des Jahres 2015 sei. Aber da möchten wir doch energisch widersprechen.

„Der Grieche hat lange genug genervt“ kann nie ein Unwort werden, weil es schließlich ein Satz ist. Unsätze werden aber nicht gekürt. Außerdem müsste jetzt mal geklärt werden, welchen Griechen Thomas Strobl genau gemeint hat. Uns zum Beispiel haben vor vielen Jahren die griechischen Herren Xenophon und Platon ge-nervt. Die hatten einst Bücher geschrieben, und als sie längst tot waren, sollten wir in der Schule rauskriegen, was in den Büchern stand. Ein anderer Grieche hat uns kürzlich genervt, weil er in seinem Lokal einen griechischen Salat mit ganz wenig Schafskäse serviert hat.(nab)