Monomeer

monomeer. Alles ohne Plastik: Nachhaltiges Einkaufen

Panorama / Lesedauer: 2 min

monomeer. Alles ohne Plastik: Nachhaltiges Einkaufen
Veröffentlicht:03.05.2016, 14:22
Aktualisiert:23.10.2019, 16:00

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Als Susan Rößner im Herbst 2013 von einer längeren Reise durch die USA und Kanada zurückkam, fasste sie einen Entschluss: Sie wollte plastikfrei leben. Dann musste sie feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. In Drogeriemärkten sind fast alle Produkte in Plastik verpackt und selbst wenn man online eine Produkt ohne Plastik entdeckt, kann es sein, dass es in Plastik verpackt zu einem nach Hause geliefert wird. Die Recherche nach Alternativen war langwierig und umständlich.

Deshalb besuchte Susan Rößner eine Gründungsberatung und Kurse bei der IHK und eröffnete kurzerhand selbst einen passenden Webshop: monomeer. Alles ohne Plastik. Dort gibt es alternative Produkte für Körper und Gesicht, Haushalt und Küche genauso wie fürs Büro. Der Renner sind Verbrauchsgüter aus dem Kosmetikbereich wie etwa Seife und Deodorant, aber auch Zahnbürsten aus Holzfaser und Gemüsebeutelchen aus Stoff.

Neben ihrer halben Stelle im Hochschulmanagement an der Uni Konstanz betreibt die promovierte Historikerin den Webshop, stellt neue Produkte und die dafür verwendeten Materialien vor, kümmert sich ums Lager, verpackt und verschickt die Ware. Täglich kommen neue Kunden hinzu, viele sind auch Zweit- und Mehrfachbesteller. Um ihren Webshop bekannt zu machen und neue Kunden zu gewinnen, schreibt Susan Rößner einen Newsletter und einen Blog und arbeitet mit sozialen Medien wie Diaspora und Pinterest.

Die Zukunftsaussichten bewertet sie gut: "Nachhaltiger Konsum wird ein Thema bleiben und einen wachsenden Kundenkreis finden", schreibt die 38-Jährige in ihrer Bewerbung. Noch dazu hat sie sich mit monomeer eben auf einen Teilaspekt des nachhaltigen Konsums spezialisiert, der besonders schwer umzusetzen ist: der Verzicht auf Plastik. Aber auch dafür steige die gesellschaftliche Aufmerksamkeit, etwa im Zuge der Diskussion um die Vermüllung der Meere.

Weil es noch nicht für jedes Problem ein passendes Produkt gibt, möchte Susan Rößner künftig auch vermehrt selbst Produkte entwickeln. Ihr derzeitiges Projekt: ein Coffee-to-go-Becher ganz ohne Plastik. Dafür arbeitet sie mit einer Keramikerin zusammen. Auch ansonsten ist die Gründerin immer auf der Suche nach neuen plastikfreien Produkten, gerne auch aus Manufakturen in der Region: "Da freue ich mich über jeden Tipp!" Schließlich soll monomeer noch weiter wachsen, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Denkbar sei beispielsweise ein Bereich für Baby- und Kinderprodukte.