Brexit

Brennen muss die Nessel!

Panorama / Lesedauer: 1 min

Der etwas andere Blick auf aktuelle Ereignisse. Mal lustig und mal frech, mal übertrieben und mal provokant. Aber immer mit einem Funken Wahrheit.
Veröffentlicht:01.07.2022, 05:00
Aktualisiert:01.07.2022, 05:01

Von:
Artikel teilen:

Die katastrophalen Auswirkungen des Brexit treten immer deutlicher zutage. Es brennt sozusagen in ganz Großbritannien. Aber im englischen Dorset ganz besonders. Denn dort hat neulich die Weltmeisterschaft im Brennnessel-Essen stattgefunden. Wie verzweifelt muss das Volk von Boris Johnson inzwischen sein, dass es sich jene Blätter auf die Zunge lädt, die normale Leute ganz bewusst nicht mal mit den Pfoten anfassen!

Gar nicht auf der Brennsuppe dahergeschwommen ist der Sieger. Der Internetvideo-Künstler namens Niall kennt sich offenbar mit Unkraut aus. Er verschlang am meisten davon. In der Frauenwertung konnte sich Lindy Rogers durchsetzen, wie Bridport News meldet. Die Regeln der WM sind schlicht gehalten: Die Teilnehmer gekommen Brennnesseln am Stengel vorgesetzt und zupfen die Blättchen der Reihe nach ab, um sie sodann zu verzehren. Es gewinnt, wer in einer Stunde die meisten leer gefutterten Stiele vorweisen kann. Diese werden aneinander gereiht und in der Länge gemessen.

Lindy Rogers kam auf 12,80 Meter, Niall schaffte 16,40 Meter. Das Brennnesselessen geht zurück auf die 1980er-Jahre. Damals ging es darum, wer die höchste Brennnessel züchten kann. Die Verlierer mussten, wenn sie gegenüber der Siegerpflanze den Kürzeren gezogen hatten, die Blätter ihres botanischen Fehlschlags zupfen und aufessen. Pfarrer Kneipp sagte über das Kraut: „Die Brennnesseln wirken ungemein blutreinigend.“ Wenn wir das als gutes Omen für den weiteren Verlauf des Brexits nehmen, hat die ganze Qual wenigstens was gebracht. (nyf)