Saur wirbt um Stimmen

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Am kommenden Sonntag wird in Wört ein neuer Bürgermeister gewählt. Einziger Bewerber um den Posten ist Amtsinhaber Thomas Saur. Er präsentierte sich am Donnerstag bei der offiziellen Kandidatenvorstellung im Bürgersaal. Rund 40 Wörter kamen an dem Abend zu der Veranstaltung.

„Ich bin gerne Bürgermeister in Wört und ich möchte meine Kraft auch die nächsten acht Jahre der Gemeinde zur Verfügung stellen“, unterstrich Saur bei der Kandidatenvorstellung im Bürgersaal. Er blickte dabei zurück auf seine bisherigen drei Amtszeiten, das bisher geleistete, hatte aber auch die Zukunft im Visier.

„Vom Bauerndorf zur Vorzeigegemeinde“. Diesen Slogan nützte Saur bei seiner Vorstellung, um auf für Wört wichtige Projekte wie zum Beispiel die Konrad-Biesalski-Schule, TE Connectivity oder auch die Neugestaltung der Ortsmitte mit Rathausneubau und vieles andere einzugehen.

„Wört ist eine attraktive Gemeinde geworden“, befand Saur und hob heraus, dass durch die gesamte Infrastruktur eine Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf geschaffen worden sei. Der amtierende Bürgermeister ging auch auf die immensen Investitionen in Sachen Breitbandversorgung in der Gemeinde Wört ein. „Es läuft alles auf Hochtouren aber wir könnten schon weiter sein“, sagte er und betonte, dass es nicht am Geld läge, sondern an den fehlenden Bauunternehmen, die bis oben hin mit Aufträgen voll wären.

Auch auf die geschaffenen Bauplätze ging Saur ein. Wobei er verdeutlichte, dass die Zeiten vorbei seien, in denen man Bauplätze von 1000 Quadratmetern und mehr erwerben konnte.

Ein Fest im Sommer soll her

Wirtschaftlich und finanziell laufe es in Wört rund, die Haushaltsentwicklung bewege sich auf einem Spitzenniveau und die Gemeinde sei schuldenfrei, so Sauer weiter. Diese gute konjunkturelle Lage müsse man nutzen, um wichtige Zunkunftsprojekte umzusetzen. Wie den Bau des geplanten Rundwegs um den Dorfmühlweiler. In der Ortsmitte sollen außerdem barrierefreie Wohnungen geschaffen werden. Ein weiteres wichtiges Ziel von Saur ist die Etablierung eines größeren Gemeindefestes in den Sommermonaten. Als Beispiel nannte Saur das Wörter Ballonglühen, das leider eingeschlafen sei, aber nach Saurs Wunsch gerne wiederbelebt werden soll. Der Fasching, der sich zwischenzeitlich zu einem Magnet für Tausende Besucher entwickelt habe, soll weiter forciert werden.

Bürger fragen, Saur antwortet

Nach der offiziellen Kandidatenvorstellung ging es für Saur im Wörter Bürgersaal in die offene Diskussion mit den Bürgern. Es wurde gefragt, ob die Gemeinde genügend Baufläche zur Verfügung hätte, wenn die Firma TE um mehrere Hektar erweitern möchte. Saur erwiderte, dass dem Unternehmen derzeit rund rund zwei Hektar zur baulichen Weiterentwcklung zur Verfügung stünden. Werde mehr Platz gebraucht, müsse sich die Gemeinde darum kümmern.

Ein anderer Besucher wollte wissen, ob der neue Kindergarten Stromboli noch Dachplatten bekäme. Saur dazu: „Das Dach wird begrünt und zusätzlich kommen noch Photovoltaikplatten auf das Gebäude, weil sich der Kindergarten künftig autark mit Strom versorgen will.“

Gefragt wurde auch, ob die Fahrradwege rund um Wört noch ausgebaut werden. Saur verwies hier auf den Grünen Pfad. Ein reiner Fahrradweg werde nicht kommen, aber es käme eine Anbindung des Dinkelsbühler Radwegenetzes an die Gemeinde Wört.

Ob der geplante Rundweg um den Dorfmühlweiler dann auch für Radler nutzbar sein werde, war eine weitere Frage. Hier verneinet Saur. Der neue Rundweg sei nur für Fußgänger und Rollstuhlfahrer konzipiert. Radler seien nicht erlaubt, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Ein anderer Bürger wünschte sich entweder ein Storchennest oder einen Aussichtsturm im Schilf beim Dorfmühlweiher. Das würde die Attraktivität deutlich steigern und auch Touristen anlocken, so seine Meinung. Wie Saur ausführte, sei in dieser Sache schon mit dem Brückenbauer gesprochen worden und nach dessen Aussage sei es kein Problem, zum Beispiel im Schilfbereich ein Fundament einzubringen, auf dem dann so etwas verankert werden könnte.

Gefragt wurde außerdem, ob der Bau eines Seniorenheim geplant sei. Laut Saur sei ein solches Projekt schon einmal geplant gewesen, dann aber an den Grundstücksverhandlungen gescheitert. Aktuell sei die Gemeinde auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück, was aber nicht einfach sei, weil die Größe entsprechend sein müsse. Unter 40 Zimmer lohne sich so ein Seniorenheim nicht, so Saur.

Ein anderer Bürger machte sich Sorgen, dass man im Zuge der Innenverdichtung mit großen Gebäuden konfrontiert würde, die einem direkt vors eigene Grundstück gestellt würden. Saur erwiderte, dass man mit betroffenen Grundstückseigentümern stets „mit Augenmaß“ verhandeln werde.

Eine letzte Frage betraf das Insektensterben und den Hinweis an die Gemeinde, sensibel mit Mäharbeiten umzugehen. Auf gewissen gemeindeeigenen Grundstücken sei es nicht erforderlich, mehrmals im Jahr zu mähen, lautete der Einwand. Damit würde die gesamte Tierwelt, wie Insekten, Eidechsen oder anderes Kleingetier, vernichtet. Saur sagte zu, dass bei künftigen Mäharbeiten sensibeler mit der Planung umgegangen werde.

Zum Abschluss warb Thomas Saur für die Stimmabgabe bei der Wahl des Bürgermeisters am Sonntag. „Geben Sie mir Ihre Stimme und schenken Sie mir Ihr Vertrauen“, appellierte er.

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