Westhausen stellt Seniorenfahrdienst vor

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 Gespannt haben die Westhausener Bürgerinnen und Bürger verfolgt, wie der neue ehrenamtliche Fahrdienst für Senioren funktionier
Gespannt haben die Westhausener Bürgerinnen und Bürger verfolgt, wie der neue ehrenamtliche Fahrdienst für Senioren funktionieren soll. Das Konzept hat Bürgermeister Knoblauch vorgestellt. (Foto: Bauch)
Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Gestatten, Wim. Der Name steht für „Westhausen ist mobil“. So heißt das neue Angebot der Gemeinde für ihre älteren Bürgerinnen und Bürger sowie gehandicapte Menschen. Bürgermeister Markus Knoblauch hat das Konzept bei einem Infoabend vorgestellt. Am 1. März geht der Fahrdienst an den Start.

„Das neue Mobilitätskonzept in Westhausen ist grundsätzlich für alle Bürgerinnen und Bürger ab dem 60. Lebensjahr sowie für alle mobilitätseingeschränkte Personen im Ort gedacht“, sagte Knoblauch vor mehr als 80 interessierten Besuchern im Rathaus. Er ging näher auf die Gründe zur Einführung des neuen Mobilitätskonzepts ein und erläuterte die Details. Das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs sei oft unzureichend. Taxis seien für viele ältere Menschen zu teuer, Verwandte oder Bekannte hätten nicht immer Zeit und selbst zu fahren gehe oft nicht mehr.

Hier soll das Mobilitätsangebot Wim ins Spiel kommen. Es soll günstig, flexibel und kundenorientiert sein. „Wir sprechen hier von einem individuellen Fahrdienst von Haustür zu Haustür und wieder zurück“, sagt Knoblauch.

Nach dem Beschluss, einen Fahrdienst in Westhausen einzurichten, hätten sich Verwaltung und Gemeinderat viele Monate mit der Ausgestaltung und Organisation des Mobilitätsangebots beschäftigt. Das Konzept stützt sich ausschließlich auf ehrenamtliche Fahrer. Sie sind das Herzstück des Fahrdienstes. Die Gemeinde stellt das Fahrzeug zur Verfügung, sorgt sich um alle Dinge rund um das Fahrzeug und verwaltet die Fahrten.

30 Cent pro gefahrenem Kilometer

Einsatz- und Fahrpläne werden im Rathaus erstellt und mit den ehrenamtlichen Fahrern abgesprochen. Einen festen Fahrpreis gibt es nicht. Das Konzept finanziert sich zum Teil über Spenden der Mitfahrer und Spenden von Firmen, Banken und Organisationen. Eventuelle Fehlbeträge am Ende des Jahres trägt die Gemeinde.

Auch zur Frage, wie hoch die Spende für eine Fahrt ausfallen soll, hat sich die Verwaltung Gedanken gemacht. „Wir schlagen einen Unkostenbeitrag von 30 Cent je gefahrenen Kilometer vor“, sagt Knoblauch. Als Beispiel nennt er die Fahrt von der Hardtbucksiedlung zum Edeka-Einkaufsmarkt und zurück. Das sind ungefähr fünf Kilometer, also umgerechnet 1,50 Euro. Eine Fahrt von Lippach zum Hausarzt in Westhausen und zurück würde rund 4,80 Euro kosten.

Mit Wim sollen Kurzstrecken im Umkreis von rund 20 Kilometern bedient werden. Ausnahmen sind nach Rücksprache mit dem Rathaus aber auch möglich. Lena Ladenburger, Mitarbeiterin im Vorzimmer des Bürgermeisters, koordiniert die Fahrten. Sie fragt auch die Daten für den Fahrdienst beim Kunden ab. Fahrwünsche werden am Vortag bis spätestens 15.30 Uhr und am Freitag für den darauffolgenden Montag bis spätestens 11 Uhr entgegengenommen. Einen Rechtsanspruch auf eine Fahrt haben die Interessenten allerdings nicht.

Knoblauch freut sich, dass sich schon 18 Fahrer gemeldet haben, die das Wim-Projekt unterstützen wollen. Er hofft aber noch auf weitere Freiwillige. Ein Pool von 20 bis 30 Fahrern wäre ein schöner Erfolg. Dann sei die Arbeitsbelastung nicht sehr hoch und die Fahrer wären wohl nur einmal im Monat dran.

Knoblauch will erste Fahrt selbst übernehmen

Starten soll der Bürgerfahrdienst am 1. März. Fahraufträge können aber ab sofort schon angenommen werden. „Sofern es mein Terminkalender erlaubt, würde ich gerne persönlich die erste Fahrt im Rahmen von Wim machen“, bot sich Bürgermeister Markus Knoblauch an.

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