Mehr Vielfalt auf dem Friedhof

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Das Bestattungsangebot in Westhausen wird vielfältiger. Landschaftsarchitekt Andreas Walter stellt im Gemeinderat das neue Konzept für den Friedhof vor.

Bei einer Informationsfahrt hatte sich der Gemeinderat Westhausen verschiedene Friedhöfe in der Region angesehen, unter anderem in Hüttlingen und Wasseralfingen. „Die Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen ist groß, ebenso wie die nach weniger pflegeintensiven Gräbern“, sagte Bürgermeister Markus Knoblauch. Denkbar sind Rasengräber, Urnengemeinschaftsanlagen und anonyme Bestattungen.

Die Gemeinde hatte daraufhin den Landschaftsarchitekten Andreas Walter mit der Ausarbeitung eines neuen Friedhofskonzepts beauftragt. In einem ersten Schritt sollen zehn Rasengräber entstehen. Das Aufstellen von Urnenstelen und die Anlage von Baumhainen soll kurzfristig folgen. Für den Anfang sind 50 000 Euro im Haushalt eingestellt. Das wird nicht reichen. „Schon jetzt liegen wir mit knapp 8000 Euro über dem Haushaltsansatz“, sagte Knoblauch.

Die Gesamtkosten könnten aber noch weiter steigen. In einer ausführlicheren Diskussion hat sich der Gemeinderat mit den einzelnen Bestattungsformen auseinandergesetzt. „Zu viele, neue alternative Bestattungsformen sollten wir auch nicht . Damit machen wir unseren Bürgern die Wahl nicht gerade leichter“, sagte Patrick Müller. Eberhard Viert sprach sich für eine zusätzliche Urnengemeinschaftsanlage aus. „Ich hatte bei der gemeinsamen Besichtigungsfahrt den Eindruck, dass diese Bestattungsform gut zu unserem Konzept passen würde“, sagte er und bekam im Gemeinderat mehrheitlich Zustimmung.

Die Mehrkosten für die Urnengemeinschaftsanlage will die Verwaltung nun über mögliche Eigenleistungen mindern. Die ersten Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Der zweite Bauabschnitt an der Propsteischule Westhausen wird teurer als angenommen. Insgesamt überschreiten die Baukosten die Kostenschätzung um 110 100 Euro. Architekt Mathis Tröster führte das auf die gute Baukonjunktur und Preissteigerungen bei Baumaterialien und Handwerksleistungen zurück. Seit der Kostenberechnung von 2014 seien die Preise um 3,5 Prozent gestiegen, 2018 sogar um 8,2 Prozent.

Bürgermeister Knoblauch bedauerte das, verwies aber gleichzeitig auf die guten Ergebnisse beim Bau der Schulmensa. „Da hatten wir richtig viel Glück.“ Die Mehrkosten werden über den Haushalt 2019 nachfinanziert.

Im neuen Baugebiet Rinnenbach in Lippach sollen nach Einwänden der Bauernverbände Göppingen, Heidenheim und Ostalb auch Mehrfamilienhäuser möglich sein. Dadurch soll das Verhältnis von Flächenverbrauch und der Einwohnerdichte pro Hektar verbessert werden. „Ich begrüße diese Änderung im Bebauungsplan. Es setzt ein deutliches Zeichen gegen den aktuellen Flächenfrass im Lande“, sagte Gemeinderat Martin Häring. Er hätte sich sogar noch eine deutlichere Wohnbauverdichtung gewünscht.

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