Der „Vater“ der Gemeinschaftsschule Westhausen geht in den Ruhestand

Lesedauer: 4 Min

Schulamtsleiter Jörg Hofrichter (rechts) überreicht Günter Vogt die Entlassungsurkunde.
Schulamtsleiter Jörg Hofrichter (rechts) überreicht Günter Vogt die Entlassungsurkunde. (Foto: Bauch)
Freier Mitarbeiter

Die Schülerinnen und Schüler, das Lehrerkollegium und zahlreiche Ehrengäste haben sich in der Schulmensa beim scheidenden Rektor Günter Vogt, für sein Engagement und Schulleiter der Propsteischule Westhausen bedankt. Ein rühriger Macher und geduldiger Zuhörer geht nach über 40 Jahren Schuldienst in den Ruhestand.

Schulamtsleiter Jörg Hofrichter vom staatlichen Schulamt in Göppingen blutete nach eigenen Worten das Herz, als er den langjährigen Schulleiter der Propsteischule mit Übergabe der Urkunde in den wohlverdienten Ruhestand entließ. Zuvor stellte Hofrichter dem scheidenden Rektor noch sein Zeugnis aus. „Günter Vogt war ein Macher. Zielorientiert und mit viel Entschlusskraft verfolgte er seinen Weg. Ohne sein großes Engagement wäre die Propsteischule nicht die, die sie heute ist“, so Hofrichter.

Pionier und Vordenker offener Unterrichtsformen

Mit ein paar Zeilen aus der Bewerbung Vogts als Schulleiter an der Propsteischule machte Hofrichter deutlich, dass Vogt schon damals ein Pionier und Vordenker in Sachen Schulreform war. „Günter Vogt versprach offenen Unterrichtsformen eine Chance geben zu wollen, ein Grundbaustein heutiger Gemeinschaftsschulen“, so Hofrichter.

Der Schulamtsleiter vergaß dabei auch nicht ein paar Sätze aus der Beurteilung des staatlichen Schulamt vorzulesen, in der auch Kritik geübt wurde: „Zu bemängelnd ist nur sein stark ausgeprägter dialektaler Unterrichtsstil“, hieß es in der Beurteilung Vogts im Bezug auf seine schwäbischen Wurzeln.

Genau das aber hat Vogt stets Mensch sein lassen. Bürgermeister Markus Knoblauch, der auch für seinen Amtsvorgänger Herbert Witzany sprach, lobte die Weitsicht Vogts, das Thema Gemeinschaftsschule in Westhausen zur Sprache zu bringen. „Es war damals eine gewagte Entscheidung mit der Gemeinschaftsschule, aber sie war im Nachhinein betrachtet goldrichtig“, sagte Knoblauch.

Für Vogt, so Knoblauch weiter, war der Beruf des Lehrers nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Ebenfalls großen Dank sprach Vogt die Elternbeiratsvorsitzende Lisa Krämer im Namen aller Eltern aus. Katharina Hees und Bettina Lipsz bedankten sich im Namen des Lehrerkollegiums bei Vogt für seine Rolle als sehr guter Chef.

Günter Vogt bedankte sich in seiner Abschiedsrede bei allen Anwesenden für ihr Kommen. „Wir haben eine Schule mit tollen Schülerinnen und Schülern und einem ebenso tollen Lehrerkollegium. Es funktioniert alles prächtig“, so Vogt stolz. Und dann wurde es dem Schulleiter doch noch schwer ums Herz. „Es wird sich etwas ändern“, sagte Vogt und rang sichtlich nach Fassung, als ihm langsam bewusst wurde, dass ein langer Lebensabschnitt nun eben doch einmal zu Ende geht. Freude verspürt Vogt bei dem Gedanken, nun mehr Zeit für seine Frau und seine Familie zu haben. Mit langem stehendem, Applaus bedankten sich die Gäste bei Vogt für sein langjähriges schulisches und menschliches Engagement.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen