Das liebe Geld wird nicht zu Rauch

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 Mit ihrer Drehleiter leistete die Wasseralfinger Abteilung der Aalener Feuerwehr Unterstützung.
Mit ihrer Drehleiter leistete die Wasseralfinger Abteilung der Aalener Feuerwehr Unterstützung. (Foto: Bauch)
Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Personen retten, Feuer bekämpfen, Umfeld sichern: Auf der Jahreshauptübung arbeitet die freiwillige Feuerwehr Westhausen das Einsatzszenario in beeindruckender Weise ab. Auf der anschließenden Einsatzbesprechung hat der stellvertretende. Feuerwehrkommandant Horst Stuber kaum etwas zu beanstanden.

Der Anfahrtsweg zum Einsatzort war kurz. Die Herausforderung am Objekt selbst hingegen war groß. Simuliert wurde in diesem Jahr ein Brand im Hauptgebäude der Raiba Westhausen. Die Personenrettung und die Brandbekämpfung standen im Fokus des Übungsszenarios der Feuerwehr Westhausen. „Das hört sich jetzt einfach an, ist tatsächlich aber ein großes Problem für unsere Einsatzkräfte“, sagt der stellvertretende Feuerwehrkommandant Horst Stuber.

Wie Fort Knox, nur kleiner

Ein Bankgebäude ist so etwas wie das Fort Knox in den USA, nur im kleineren Maßstab. „Einfach mal Tür auf und Brand bekämpfen ist nicht. Am Abend ist da jede Tür im Gebäude fest verschlossen und gesichert. Und die Uhr tickt“, meint Stuber. Die Personenrettung stellte einen gesonderten Teil der Übung dar. „So spät am Abend wird sich vermutlich kein Mensch mehr im Gebäude aufhalten“, meint auch Stuber. Trotzdem wurde auch das Retten von Personen aus dem Obergeschoss per Drehleiter geübt. Dafür sind die Feuerwehrkameraden der Feuerwehr Aalen, Abteilung Wasseralfingen mit ihrer Drehleiter ausgerückt. Innerhalb kürzester Zeit war die Personenrettung dann auch abgeschlossen.

„Es ist schon beeindruckend, mit welcher Professionalität und Ruhe die Feuerwehrleute an ihre Aufgaben gehen“, sagte Bankvorstand Werner Schneider, der das zu rettende Opfer aus dem Obergeschoss mimte. „Was tatsächlich maximal zehn Minuten dauerte, kam mir da oben wie eine halbe Ewigkeit vor“, meinte Schneider. Menschen, die sich in diesem Augenblick in einer sehr angespannten und prekären Lage befinden, müssen erst einmal beruhigt werden. „Sonst springen die uns womöglich vor lauter Panik noch aus dem Fenster“, so Stuber.

Auch das Einweisen der Feuerwehrfahrzeuge an ihre Einsatzorte folgt taktischen Regeln. Wo ist der nächste Hydrant, wo positioniert sich die Drehleiter so, dass schnelle und sichere Rettung möglich ist, wo ist der beste Standort für die Versorgung der möglichen Verletzten? Diese und weitere Entscheidungen trifft in minutenschnelle ein Einsatzvorauskommando. „Steht ein Feuerwehrfahrzeug erst mal, läuft ein Automatismus unter den Feuerwehrleuten ab, der nicht mehr gestoppt werden kann. Ein Feuerwehrfahrzeug lässt sich dann nicht mehr so einfach umparken“, erklärt Stuber.

Lob für professionelle Truppe

Im Falle der Raiba-Übung wären in dem einen oder anderen Fall die Fahrzeugstandorte anders gewählt worden. Um den normalen Fahrzeugverkehr aber nicht unnötig zu behindern, verzichtete die Wehr auf eine vorschriftsgemäße taktische Ausrichtung. Insgesamt zeigte sich Stuber bei der Auswertung der Übung sehr zufrieden mit der Leistungen seiner Kameraden. „Solche Übungen an außergewöhnlichen Gebäuden sind für uns sehr wertvoll, da wir noch einiges dabei lernen können. Siehe die überall verschlossenen Türen“, so Stuber. Für die beiden Bankvorstände Gerd Rothenbacher und Werner Schneider ist eines ganz klar: „Westhausen verfügt über eine professionelle und schlagkräftige Feuerwehrtruppe“, so die beiden einhellig.

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