Bürgerinitiative Lärmschutz Westhausen sieht Klärungsbedarf zur B29neu

Die Bürgerinitiative Lärmschutz Westhausen meldet sich zur B29neu zu Wort
Die Bürgerinitiative Lärmschutz Westhausen meldet sich zur B29neu zu Wort (Foto: mab/Archiv)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Die Bürgerinitiative B29-Laermschutz-Westhausen hat sich zur Vorstellung der vorläufigen Ergebnisse des Linienfindungsverfahrens B29-Trochtelfingen-Nördlingen geäußert und nimmt kritisch dazu Stellung. dabei zählen die Initiatoren mehrere Punkte auf:

Die Verkehrszahlen wurden auf das Jahr 2020 hochgerechnet, was zur Annahme führte, dass die Kfz-Belastung um 20 Prozent und die Belastung durch Lkw um 7 Prozent zunehmen wird. Diese Modellrechnung sei anzuzweifeln. Begründung: Die Ergebnisse der Verkehrszählungen der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg an der Zählstelle 81961 bei Westhausen zeige andere Ergebnisse. Demnach sei der Verkehr im Zeitraum 2011 bis 2019 nur leicht gestiegen

„Ein derart starker Anstieg, wie von der Kreistagsverwaltung vorgestellt, kann mit den kommenden Veränderungen in der Mobilität (Güterverkehr/Ausbau Schiene, Radwege, ÖPNV) und insbesondere des Klimawandels mit Sicherheit nicht angenommen werden“, heißt es in der Mitteilung.

Die BI fordert dehalb eine Offenlegung der „umfangreichen Zähldaten des Landkreises“.

Die Entlastungswirkung der B29neu auf andere Straßen war eine wesentliche Voraussetzung zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Aktuell sei nun gefordert, die L1060 von Röhlingen bis einschließlich Benzenzimmern zum Schutz der dort lebenden Menschen zwingend auszubauen. Dazu steht für Bayern die Ortsumfahrung Nördlingen im Bundesverkehrswegeplan. Sie soll über die B466 den Zugang zur A7 bei Heidenheim erschließen.

Damit stelle sich die Frage: Wenn die B29neu zur Entlastung der L1060 und der B466 aufgenommen wurde und sich bei beiden die Ausgangslage wesentlich verändert hat, kann dann die B29neu noch so umgesetzt werden?

Thematik Finanzen: Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) macht Druck und will den Spatenstich bis 2030, um das Baurecht aufrecht zu erhalten. „Ist es deshalb richtig, ein derartiges Bauvorhaben unter Zeitdruck zu beginnen, wo Stuttgart 21 doch gezeigt hat, dass politisch durchgedrückte Projekte finanziell entgleisen und im Ergebnis sinnlos werden können?“

Dazu sie Deutschland durch Corona stark verschuldet und es bestehe die Unsicherheit, ob die in 2019 begonnene Kündigungswelle in der Automobilbereich sich nach Corona auch bei den Kurzarbeitern fortsetzt. Damit stelle sich die Frage, ob die Steuergelder nicht besser zum Umbau der Wirtschaft, der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze und für Klimaschutzmaßnahmen eingesetzt wären.

Öffentlichkeitsarbeit: Die Kreistagssitzung sei ein negatives Beispiel in Sachen Bürgerdialog. „Trotz hohen Inzidenzen und ausgelasteten Intensivbeatmungsplätzen durften Zuhörer nur in Präsenz teilnehmen und sich der Infektionsgefahr aussetzen.“ Nun wolle das Landratsamt mit Bürgern in Online- und Offline-Formaten in den Dialog treten. „Nach mehrfacher Bitte um eine Bürgerinformationsveranstaltung begrüßen wir das und sind auf die Umsetzung gespannt“, schreibt die BI.

Weitere Infos unter b29-laermschutz-westhausen.de.

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