Beim Stück „Auf der Vogelwiese“ sangen die Zuschauer in der Sechtahalle stehend und lauthals mit – sehr zur Freude der Musiker
Beim Stück „Auf der Vogelwiese“ sangen die Zuschauer in der Sechtahalle stehend und lauthals mit – sehr zur Freude der Musiker und Sänger, die diese ausgelassene Stimmung sichtlich genossen. (Foto: Blankenhorn)
Schwäbische Zeitung
Jürgen Blankenhorn

Bereits zum zehnten Mal sind die Scherzachtaler in Unterschneidheim aufgetreten. Der „Böhmische Traum“ von Norbert Gälle ist aus ihrem Repertoire dabei nicht wegzudenken.

Eigentlich spielen die Scherzachtaler nur zwei- oder dreimal nacheinander am selben Ort. Aber in Unterschneidheim starten sie gern in die Saison, die Stimmung sei gigantisch, sagte Conférencier und Tubist Frank „Butz“ Seitz. Selbstredend war die Sechtahalle ausverkauft. Die Fans waren aus dem gesamten süddeutschen Raum gekommen.

Einige Stammgäste sichern sich immer wieder ihren Stammplatz, sagte Vorsitzender Steffen Joas. Dazu gehört die „Rentner-Gang“ aus Creglingen. Man kennt sich, entsprechend familiär ist der Umgangston. Egal ob Gast, Musiker oder Bedienung, die Liebe zur Musik verbindet.

Die Scherzachtaler brannten von der ersten bis zur letzten Minute ein musikalisches Feuerwerk ab, bei dem der „Böhmische Traum“ nur noch eine Nebenrolle einzunehmen scheint. So ging auch bei der „Südböhmischen Polka“, bei „Reiselust“, der „Hannah-Rosa-Polka“ oder dem musikalischen Potpourri „Tschechische Melodien“ die Stimmung durch die Decke, der ganze Saal tanzte und klatschte begeistert mit.

Herrlicher Bigband-Sound

Doch die Scherzachtaler können mehr. So überraschten sie beim „Moravske Boogie“ mit herrlichem Bigband-Sound oder mit dem poppigen „Böhmischen Geburtstagsgruß“. Eine Klasse für sich waren die Soli von Trompeter Berthold Kiechle und Tubist Frank „Butz“ Seitz. Während Seitz bei „Tuba in der Nacht“ seinem Instrument ungeahnte Töne entlockte oder Kiechle bei „Green Hornisse“ mit atemberaubender Geschwindigkeit durch die Noten fegte, sorgte seine Version des Cohen Klassikers „Hallelujah“ für besondere Stimmung in der Halle. Da wollte und konnte Klarinettist Joachim Amann mit seiner „Virtuos Polka“ nicht zurückstehen sorgte so für einen weiteren Höhepunkt.

Am Ende bedurfte es noch vier Zugaben und des Klassikers „Auf der Vogelwiese“, ehe das Jubiläumskonzert unter stehendem Applaus des begeisterten Publikums zu Ende ging.

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