Unterwilflingen feiert das 320-jährige Bestehen der Maria-Hilf-Kapelle

Die Maria-Hilf-Kapelle in Unterwilflingen feiert ihren 320. Geburtstag
Die Maria-Hilf-Kapelle in Unterwilflingen feiert ihren 320. Geburtstag (Foto: hafi)
V on Hariolf Fink

Die Kirchengemeinde Unterwilflingen feiert am kommenden Sonntag, 4. Juli, auf dem Kapellenberg das 320-jährige Bestehen ihrer weithin sichtbaren Maria-Hilf-Kapelle. Um 10.30 Uhr gibt es einen Gottesdienst und um 16 Uhr wird Franz Wolf die Geschichte der Kapelle beleuchten. Die Veranstaltungen finden unter den vorgegebenen Hygienebedingungen statt.

„Droben stehet die Kapelle und schauet still ins Tal hinab“ von Johann Ludwig Uhland (1787 bis 1862). Man könnte meinen, diese Volksweise wurde eigens für die Maria-Hilf-Kapelle in Unterwilflingen geschrieben. Dieses Kleinod bäuerlicher Volksfrömmigkeit steht auf einer Anhöhe auf der Ostseite der Gemeinde.

Am 2. Juli 1701, also vor 320 Jahren, wurde die Kapelle feierlich, mit drei Zelebranten aus Wössingen, Geislingen und Zipplingen, geweiht und die erste heilige Mess‘ als Amt gefeiert.

Nach der Genehmigung des Hauses Oettingen-Wallerstein und der Zusage des Bistums Augsburg – im Jahre 1701 war Unterwilflingen noch bayerisch – sowie einer Verpfändung von Grundstücken aus der Gemeinde hatte man das Bauwerk in gerade einmal zwei Jahren Bauzeit errichten können.

1815 bis 1820 sollte das Kirchlein, wie der Schönenberg in Ellwangen, dann abgerissen werden. Die Unterwilflinger erklärten das Gotteshaus jedoch kurzerhand als Gemeindeeigentum und erhielten es bis zum heutigen Tag.

Über viele Jahre hinweg war das Unterwilflinger Marienkirchlein ein beliebter Zielort für Bittprozessionen aus Rühlingstetten, Birkhausen und Zipplingen. Dieses Brauchtum ist mittlerweile eingeschlafen.

Votivtafeln im Inneren zeugen noch heute von der tiefgläubigen Verehrung der Gottesmutter. Das Altarbild zeigt eine Kopie der Mutter mit dem Kind von Lucas Cranach dem Älteren. Das Original hängt in der Maria-Hilf-Kapelle in Passau.

Am Sonntag, 4. Juli, feiert die kleine Kirchengemeinde Unterwilflingen mit einem Gottesdienst, wie alljährlich, das Fest Maria Heimsuchung. Der Gottesdienst findet im Freien um 10.30 Uhr statt. Wie schon im Marienmonat Mai wird die Kapelle an diesem Tag geöffnet sein. Um 16 Uhr führt Franz Wolf dann als Experte in die Geschichte der Kapelle. Außerdem wird er die Hintergründe zum Fest Maria Heimsuchung beleuchten.

Freiluftgottesdienste sind tatsächlich nichts Neues auf dem Kapellenberg, wie der Ort liebevoll genannt wird. Bereits im Jahre 1850 bis 1852 und dann um die Jahrhundertwende wurde das Kapellenbergfest als Freiluftgottesdienst begangen. Als Primiz-Ort war der Berg auch immer wieder zentraler Platz kirchlicher Feste. Die letzte Primiz am Kapellenberg war im Jahre 1938 von Pfarrer König, dessen Grab noch heute auf dem Friedhof existiert.

Bei Regen entfallen Gottesdienst und Vortrag.

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