Hell und offen empfängt die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul die Gläubigen nach ihrer gelungenen Sanierung. Im Hintergrund recht
Hell und offen empfängt die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul die Gläubigen nach ihrer gelungenen Sanierung. Im Hintergrund rechts wachen die beiden Schutzpatrone Petrus und Pauls über die Krabbel- und Leseecke für die Kinder. Die Bänke im Chorraum ermöglichen es kleineren Gruppen, sich direkt um den Altar zu versammeln. (Foto: Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Ein heller und offener Kirchenraum empfängt die Gläubigen in der renovierten Sankt Peter- und Paul-Kirche in Unterschneidheim. Im Laufe des Sanierungsprozesses haben sich Kirchengemeinderat und Pfarrer Francesco Antonelli auch intensiv mit der Neugestaltung des Kirchenraumes gewidmet. Mit Erfolg, wie sich die Besucher des Festgottesdienstes überzeugen konnten.

Antonelli ging auf den langen Weg ein, den die Gemeinde und die Architekten miteinander gegangen sind. 2012 wurden erste Gespräche mit Architekt Patrick Duttlinger geführt. Es mussten Gespräche mit klerikalen und weltlichen Behörden geführt und akzeptable Lösungen gesucht werden.

Hier lobten Duttlinger und Antonelli unisono die große Kooperationsbereitschaft und das Engagement aller Beteiligten. Rückschläge wie der, als sich nach der Öffnung des Dach der Schaden als größer erwies als anfangs vermutet oder die starke Durchfeuchtung der Nordseite, wurden weggesteckt. Statt zu lamentieren, habe man nach praktikablen Lösungen gesucht.

1,3 Millionen Euro musste die kleine Kirchengemeinde stemmen, um Sankt Lukas zu sanieren. Einen erheblichen Teil muss sie dabei selbst leisten.

Hier kamen Antonelli seine Erfahrungen aus seiner früherer Karriere als Kaufmann im Baustoffhandel entgegen, wie er mit einem Augenzwinkern verriet. Im Laufe der vorbereitenden Untersuchungen und Planungen seien auch viele Gestaltungs- und Nutzungsideen geboren und auch wieder fallen gelassen worden.

Das Ergebnis der von Oktober 2018 bis November 2019 dauernden Sanierungsarbeiten kann sich sehen lassen. Als offensichtlichste Veränderung fehlen vier Bankreihen. Dadurch wurde die Kirche kinderfreundlicher, zum Beispiel wurde Platz geschaffen für eine Krabbel- und Leseecke im vorderen Bereich unmittelbar vor den Kinderstühlen, Sitzkissen und bunt gestalteten Kinderbänken.

Im Chor stehen jetzt vier Bänke

Vier der freigewordenen Bänke stehen jetzt im Chorraum. So können sich kleine Gebetsgruppen oder die Gläubigen bei Werktagsgottesdiensten um den Altar versammeln. Die zweite Neuerung: Die Seitenkapelle, die zwischenzeitlich als „Schwesternkapelle“ genutzt wurde, wurde wieder zur Taufkapelle, in der der restaurierte barocke Taufstein wieder seinen alten Platz fand.

Die dritte Neuerung fällt nur geübten Betrachtern ins Auge. So wurden die Heiligenfiguren bewusst neu positioniert. Jetzt stehen die Patrone Petrus und Paulus jetzt an der rechten Chorwand und sind dadurch zurück ins Volk gerückt, wie sich Antonelli ausdrückte. Im Eingangsbereich warten eine Info-Tafel und ein Opferlichtständer. Daneben erinnert eine Gedenktafel an die Verstorbenen.

Aber auch technische Neuerungen wie eine verbesserte Mikrofon-Funkanlage fanden Einzug in die Kirche. Die Überarbeitung der Kirchenfassade, des Daches, der Sakristei und der Außenanlagen arrondieren die Sanierungsarbeiten.

Lediglich die Arbeiten am Turm sind noch nicht fertiggestellt. Pfarrer Antonelli bedankte sich bei den Mitgliedern des Kirchengemeinderates, den vielen freiwilligen Helfern und dem Mesnerehepaar Christine und Wolfgang Kohnle für deren unermüdlichen Einsatz. Im Anschluss daran nutzten die Gläubigen ausgiebig die Möglichkeit, ihre neue Kirche in Augenschein zu nehmen.

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