Direkt neben der L1070 zwischen Walxheim und Riepach befindet sich in der Nähe des Flugplatzes Walxheim die Fläche, auf der ein
Direkt neben der L1070 zwischen Walxheim und Riepach befindet sich in der Nähe des Flugplatzes Walxheim die Fläche, auf der ein Landwirt zwei Hähnchenmastställe errichten will. (Foto: Blauhut)
Horst Blauhut

Zwei Hähnchenmastställe mit jeweils 9600 Tieren möchte ein Landwirt bei Walxheim errichten. Im Ortschaftsrat sind Bedenken wegen möglicher Geruchsbelästigung, der Mistbeseitigung, der Stoffstrombilanz und der Zufahrt laut geworden. Erst wenn der Bauherr diese vier Punkte geklärt habe, könne der Ortschaftsrat in seiner nächsten Sitzung seine Zustimmung zum Bauvorhaben geben, war das Fazit.

Eigentlich werden die zwei Masthähnchenställe für jeweils 11 600 Stück Federvieh erstellt. Doch der Bauherr aus Unterschneidheim wolle die beiden Ställe nach Vorgaben des Vermarkters nur mit jeweils 9600 Stück belegen, hieß es in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats. Das Bauvorhaben soll rund 800 Meter nördlich des Walxheimer Ortsschildes in Richtung Riepach an der Landesstraße 1070 erstellt werden.

Ortsvorsteher Wolfgang Schäfer bat Bürgermeister Nikolaus Ebert, das Bauvorhaben zu erläutern. Ebert verwies auf etliche Stellungnahmen des Landratsamts, des Regierungspräsidiums sowie der EnBW. Die beiden 34 mal 28,74 Meter großen Ställe seien nach einer Auflage um rund 30 Meter nach Norden verschoben worden. Danach gab es bei den Stellungnahmen grundsätzlich keine Bedenken mehr. Der Bauherr sei für alle Vorhaben im Zusammenhang mit dem Bau einer eigenen Zufahrt zur Landesstraße und der Versorgung mit Löschwasser zuständig. Ebert ergänzte, die Grenzwerte der Geruchsimmissionsrichtlinie würden im Bereich der unmittelbaren Nachbarn und der Wohnbebauung von Walxheim deutlich unterschritten.

Es nahmen sowohl der zukünftige unmittelbare Nachbar, Landwirt Rudolf Rößle, als auch seine Kollegin Anette Reichert zu dem Bauvorhaben Stellung, das alle im Dorf überrascht hatte. Rößle betonte, dass das Vorhaben ihn sehr hart betreffe. Der anfallende Wirtschaftsdünger könne nur zum Teil auf den betrieblichen Flächen verwertet werden, der überschüssige Dünger müsse an eine Biogasanlage in Wechingen im Ries transportiert werden und dürfe nicht am Standort zwischengelagert werden. Allein diese zusätzlichen LKW-Fahrten, so argumentierte auch Anette Reichert, belasteten die Ortschaft. Reichert betonte, dass sie als Landwirtin Nachweise erbringen müsse, wo sie ihren anfallenden Dung entsorgen könne. „Keiner wusste, wer das Land kauft, und jetzt wird alles zugebaut, aber wir sind eine kleine Ortschaft und man muss an die Zukunft denken“, so Reichert. Ortschaftsrat Karl-Heinz Lehr ergänzte: „Walxheim geht immer mehr in fremde Hände.“

Die stellvertretende Ortsvorsteherin Christine Pflanz machte auf mögliche Probleme bei der Zufahrt zum neuen Bauvorhaben aufmerksam. Ebert verwies auf die vier Punkte Stoffstrombilanz, Zufahrt, Geruchsbelästigung und Mistbeseitigung, die vom Bauherren vorab geklärt werden müssten.

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