Riepach und Bleichroden erhalten schnelle Internetverbindung

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In Tannhausen war am Dienstag symbolischer Spatenstich für die Breitbanderschließungsmaßnahme in Bleichroden.
In Tannhausen war am Dienstag symbolischer Spatenstich für die Breitbanderschließungsmaßnahme in Bleichroden. (Foto: Rimkus)
Redakteurin Virngrund

Bleichroden und Riepach werden noch in diesem Jahr an die schnelle Datenautobahn angeschlossen. Die Erschließungsarbeiten laufen in den beiden Tannhauser Teilorten bereits seit einigen Wochen und sollen voraussichtlich schon in einem Monat endgültig abgeschlossen sein. Darüber wurde am Dienstag bei einem Pressegespräch informiert.

Tannhauses Bürgermeister Manfred Haase sprach am Dienstag bei dem Vor-Ort-Termin in Bleichroden von einer „enorm wichtigen Infrastrukturmaßnahme“. Mit dem Anschluss der beiden Teilorte Bleichroden und Riepach ans Glasfasernetz würden innerhalb der Gemeinde Tannhausen zwei weitere weiße Flecken in Sachen schnelles Internet von der Landkarte verschwinden. Riepach werde über die vom Landkreis gebaute neue Backbone-Leitung beziehungsweise einen Kabelverzweiger im Ort ans Glasfasernetz angeschlossen, wodurch den Internetnutzern hier künftig Datenübertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s zur Verfügung stehen werden – genauso ist derzeit auch der Hauptort Tannhausen versorgt.

Bleichroden werde breitbandtechnisch sogar noch besser aufgerüstet, informierte Haase. Hier erfolge der Glasfaseranschluss direkt ins Haus, was ein Maximum an Übertragungsgeschwindigkeit ermögliche. „Bleichroden wird damit, was die Internetversorgung angeht, künftig die Nummer eins in Tannhausen sein, besser geht es nicht“, so Haase, der in diesem Zusammenhang noch darauf hinwies, dass sich in Bleichroden tatsächlich auch alle Hausbesitzer für einen solchen Fibre-to-the-Building-Anschluss (FTTB) entschieden haben. „Eine Anschlussquote von 100 Prozent war unser Ziel und die haben wir in Bleichroden erreicht“, freute sich Haase.

Auch die Wasserleitungen werden erneuert

Erfreulich sei außerdem, dass sich der Zweckverband Rieswasserversorgung an die Baumaßnahme in Bleichroden angedockt habe und hier gleichzeitig seine alten Graugussrohre, die zuletzt anfällig waren, austauscht. „Bleichroden ist nach Abschluss der Baumaßnahme sowohl bei der Wasserversorgung als auch bei der Breitbandversorgung auf dem allerneusten Stand“, so der Tannhäuser Rathauschef. Einziger Wermutstropfen sind für Haase die Kosten. Rund 285 000 Euro kostet der Glasfaseranschluss von Riepach und Bleichroden, davon muss die Gemeinde rund 195 000 Euro selbst schultern. Das sei nicht akzetabel, monierte Haase. Politiker im Bund würden sich in Sonntagsreden zwar immer für den Breitbandausbau stark machen; die Kosten dafür habe man aber seither zum größten Teil auf die Kommunen abgewälzt. Dabei sei der Breitbandausbau eine „reine Freiwilligkeitsleistung der Kommunen“, wofür derzeit aber andere wichtige Pflichtausgaben zurückstehen müssten. Denn: „Der Druck ist groß“, so Haase am Dienstag. Bürger und Unternehmen forderten den Glasfasernschluss. Deshalb habe sich Tannhausen vorgenommen, bis zum Jahr 2022 alle Teilorte an die schnelle Datenautobahn zu bringen. Als nächstes kämen die Weiler Bergheim, dann Sederndorf und schließlich Ellrichsbronn an die Reihe.

Werner Riek, Leiter des Breitbandkompetenzzentrums Ostalbkreis, sekundierte, dass der Ausbau der Breitbandversorgung in der Tat „kein Sprint, sondern eher ein Marathon“ sei, der sich über viele Jahrzehnte und Generationen erstrecke. Bis alle Haushalte in der Republik einen Glasfaseranschluss bis ins Haus erhalten haben, würden noch sehr viele Jahre, vermutlich Jahrzehnte, ins Land gehen, prophzeite der Experte.

Netzaktivierung dauert nochmals bis zu sechs Monate

Weiter betonte Riek, dass mit dem Abschluss der Tiefbauarbeiten in Riepach und Bleichroden noch nicht sofort im schnellen Netz gesurft werden könne. Das Netz müsse danach erst noch von dem Betreiber, der NetCom, aktviert werden. Das könne nochmals bis zu sechs Monate Zeit in Anspruch nehmen, so Riek.

Bauleiter Helmut Aschenbrenner von der beauftragten Walter Bauer Bauunternehmung aus Runding sprach von einem reibungslosen Bauverlauf. Die Maßnahme werde voraussichtlich in vier Wochen abgeschlossen sein. Die Sperrung der L1076, die derzeit umfangreich saniert wird, habe sich auf der Baustelle positiv ausgewirkt. Die Arbeiter kämen flott voran.

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