Keine Chance mehr für „Strohmänner“

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Für die Turn- und Festhalle Tannhausen wurde eine neuen Nutzungs- und Gebührenordnung beschlossen.
Für die Turn- und Festhalle Tannhausen wurde eine neuen Nutzungs- und Gebührenordnung beschlossen. (Foto: rim)
Redakteurin Virngrund

Der Gemeinderat Tannhausen hat in seiner Sitzung am Montag eine neue Nutzungs- und Gebührenordnung für die Tannhausener Turn- und Festhalle beschlossen. Die örtlichen Vereine und der Gemeinderat hatten sich auf diesen Schritt bei einem gemeinsamen Treffen im Herbst des vergangenen Jahres verständigt.

Die neue Nutzungsordnung für die Halle wurde in einigen wenigen, aber durchaus wesentlichen Passagen geändert. So wurde unter anderem festgelegt, dass künftig für jede Veranstaltung in der Festhalle bei der Gemeindeverwaltung ein Fragebogen ausgefüllt werden muss, der Angaben zum geplanten Event enthält – um eine bessere Übersicht zu haben, was genau geplant ist und wie viele Leute erwartet werden. Außerdem muss die Überlassung der Halle für Veranstaltungen mindestens drei Monate vor dem jeweiligen Termin schriftlich beim Bürgermeisteramt beantragt und genehmigt werden.

Getränkeausschank: Becher statt Gläser

Grundsätzlich wurde festgelegt, dass die Tannhausener Halle künftig ausschließlich „dem sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde“ dienen soll.

Eine Vermietung an Privatleute ist nur möglich, wenn die Person in der Gemeinde Tannhausen wohn-haft ist. Das Anmieten der Halle von Ortsansässigen für auswärtige Veranstalter ist laut neuer Nutzungsordnung ausdrücklich verboten. Wie Bürgermeister Manfred Haase in der Sitzung ausführte, seien solche Fälle, in denen „Strohmänner“ vorgeschickt wurden, in der Vergangenheit durchaus vorgekommen.

Eine weitere wesentliche Änderung: Bei Rock- und Discoveranstaltungen dürfen für den Getränkeausschank ab sofort keine Gläser mehr verwendet werden. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu Verletzungen durch herumliegende Scherben gekommen, begründete Haase diesen Passus. Künftig sollen Veranstalter deshalb (Kunststoff-)Becher für den Ausschank verwenden, die zum Beispiel beim örtlichen Caterer gemietet werden könnten.

Die neue Hallennutzungsordnung wurde vom Gemeinderat ohne Diskussion einstimmig angenommen. Sie tritt mit ihrer Bekanntmachung in Kraft.

Das kostet die Halle künftig:

Einstimmig angenommen wurde am Montag vom Gemeinderat auch die neue Hallengebührenordnung.

Sie sieht folgende neue Sätze vor: Die Anmietung der ganzen Halle für Veranstaltungen kostet künftig 450 Euro. Werden nur Zweidrittel der Halle angemietet, kostet das 300 Euro. Für den Vereinsraum werden 100 Euro Miete fällig, für das Foyer 75 Euro, für den Vereinsraum plus Foyer 175 Euro, für die Galerie 75 Euro. Zusätzliche Gebühren fallen für die Anmietung der Theke (45 Euro) und der Küche (kalt: 45 Euro, warm: 75 Euro) sowie der Bühne (45 Euro) an.

Jeder Verein hat pro Kalenderjahr nach wie vor eine Veranstaltung (ohne Eintrittsgelderhebung) frei – ausgenommen sind davon künftig allerdings Rock- und Discoveranstaltungen. Für solche Veranstaltungen gewährt die Gemeinde den örtlichen Vereinen in Zukunft auch keine 30-prozentige Ermäßigung mehr.

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