In Tannhausen soll es keine CDU-Liste geben

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 Premiere in Tannhausen: Bei der kommenden Kommunalwahl soll es keine eigene CDU-Liste geben.
Premiere in Tannhausen: Bei der kommenden Kommunalwahl soll es keine eigene CDU-Liste geben. (Foto: Uli Deck)

Bei der jüngsten Hauptversammlung des CDU-Ortsverbandes Tannhausen im Gasthaus „Adler“ in Forstweiler ist es in diesem Jahr außergewöhnlich emotional zur Sache gegangen.

Der CDU-Ortsvorsitzende Richard Bosch spannte in seiner Grußrede zunächst einen Bogen von der großen Welt- und Europapolitik bis hin zu den Themen, die derzeit Deutschland in Atem halten: wie die Energiewende, der Pflegenotstand oder auch die Flüchtlingspolitik. Bosch ging aber auch auf aktuelle landes- und kommunalpolitische Themen ein, wie etwa den dringend erforderlichen Breitbandausbau.

Es folgten Beiträge von den beiden Bürgermeistern und CDU-Kreisräten Rainer Knecht und Ralf Leinberger. Knecht, aktuell im Fraktionsvorstand der CDU und seit zehn Jahren im Klinikausschuss, nannte es „ein großes Ziel“, den Virngrund, der im Kreistag mit sechs Räten gut vertreten sei, weiter zu stärken. Ihm liege vor allem der Erhalt der Ellwanger Klinik am Herzen. Man könne nicht alles nach Aalen verlegen, mahnte Knecht, der in diesem Zuge auch auf das genossenschaftliche Hausarztmodell und medizinische Versorgungszentren zu sprechen kam, die Versorgungslücken auf dem Land schließen sollen. Ralf Leinbergers Themenschwerpunkte waren unter anderem die Müllbeseitigung, der Straßenbau und der öffentliche Personennahverkehr.

In der anschließenden Diskussion ging es dann vor allem um die medizinische Versorgung. Leinberger betonte, dass die hausärztliche Versorgung in der Region derzeit „eine Katastrophe“ sei. Hier schaltete sich auch Tannhausens Bürgermeister Manfred Haase ein. Für ihn habe bezüglich der Nachfolge des in Ruhestand gegangenen Tannhausener Arztes Dr. Hort die Kassenärztliche Vereinigung versagt. Denn der Zeitraum bis zur Nachfolge sei zu lang gewesen. Haase fügte noch an, dass die „Rahmenbedingungen“ einfach nicht mehr stimmen würden. Die „große Politik“ müsse endlich hellhörig werden.

Mit Kiesewetter abgestimmt

Es sollte aber noch emotionaler werden. Und zwar als Richard Bosch auf die bevorstehende Gemeinderatswahlen einging und darauf hinwies, dass es dabei voraussichtlich zwei Listen gebe werde, darunter aber keine Liste, in der der Name CDU vorkäme. Alle von ihm oder den CDU-Vorstandskollegen angesprochenen Frauen und Männer hätten es abgelehnt, unter einer CDU-Liste für den Gemeinderat zu kandidieren. Gemeinderat Michael von Thannhausen bedauerte es, dass es nach knapp 50 Jahren keine CDU-Liste mehr im Ort geben solle. Danach wurde die Diskussion außergewöhnlich emotional. Richard Bosch betonte, dass dieser Vorstandsbeschluss mit dem Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter abgesprochen worden sei und Kiesewetter hinter dieser Entscheidung stehe. Die von Richard Bosch und weiteren Gemeinderäten mitarrangierte „Pro Tannhausen-Liste“ werde in Kürze bekannt gegeben.

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