Bürgermeister ist sauer: Es gab kein Bengelmann-Angebot

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Haase sauer: Es gab kein Bengelmann-Angebot
Haase sauer: Es gab kein Bengelmann-Angebot (Foto: Rimkus, Alexandra)
Redakteurin Virngrund

Unser Artikel „Bengelmann plant den nächsten Coup“ hat Tannhausens Bürgermeister Manfred Haase mächtig geärgert.

Der Grund: In dem Artikel hatte Walter Bengelmann erklärt, dass er der Gemeinde Tannhausen vor zwei Jahren das Angebot unterbreitet hatte, hier – gemeinsam mit örtlichen Händlern – einen neuen Markt bauen zu wollen. Vorausgesetzt, man stelle ihm dafür Flächen zur Verfügung. Auf dieses Angebot habe er dann aus Tannhausen aber nichts mehr gehört.

„Das sind Fake-News à la Trump“, sagt der Tannhausener Bürgermeister Manfred Haase. Eine solche Offerte von Bengelmann an die Verwaltung Tannhausen habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Laut Haase gab es zwischen ihm und Bengelmann lediglich mal ein loses Gespräch am Rande einer Gemeindeverbandsversammlung.

Aber das war weit davon entfernt, ein konkretes Angebot zu sein. Tannhausens Bürgermeister Manfred Haase

Damals sei noch nicht ganz klar gewesen, wie und ob die Nahversorgung in Tannhausen sichergestellt werden könne. In diesem Gespräch habe Bengelmann dann laut Haase sinngemäß erklärt, dass er Tannhausen „nicht hängen lassen wird“, sollte es mit der Einrichtung eines Regionalmarktes in Tannhausen durch die Familie Beck nicht klappen.

Priorität hatte Regionalmarkt durch Tannhausener Familie

„Aber das war weit davon entfernt, ein konkretes Angebot zu sein“, so Haase. Von der Einbeziehung örtlicher Tannhausener Händler oder auch der Bereitstellung von Grundstücken durch die Gemeinde Tannhausen sei bei dieser Unterhaltung nie die Rede gewesen. Er habe diese Aussage von Bengelmann damals zur Kenntnis genommen.

Priorität habe für ihn und den Gemeinderat aber die Einrichtung eines Regionalmarkts durch die Tannhausener Familie Beck gehabt. Dieser Markt konnte im August 2018 dann auch eröffnet werden. Die Gemeinde hatte die Familie bei der Generierung von Fördermitteln aus dem Projekt Ländlicher Raum unterstützt.

Der Gemeinderat hat Rechtsmittel eingelegt

Im Bezug auf den gestrigen Artikel stellt Haase außerdem klar, dass nicht die Tannhausener Verwaltung gegen die Erweiterung des bestehenden Bengelmann-Marktes Rechtsmittel eingelegt hat, sondern der Tannhausener Gemeinderat.

„Es gab in dieser Angelegenheit ein einstimmiges Votum des Gremiums“, unterstreicht Haase mit Nachdruck. Die Erweiterung des Bengelmann-Marktes in Unterschneidheim um fast 500 Quadratmeter Verkaufsfläche hielten er und seine Räte für nicht rechtskonform.

Auch die neuen Pläne von Bengelmann, neben seinem bestehenden Einkaufsmarkt noch einen weiteren Einzelhändler und Dienstleister anzusiedeln, stoßen Haase sauer auf. „Der Regionalplan lässt in einem Kleinzentrum wie Unterschneidheim so etwas nicht zu. Dieses Projekt kann deshalb gar nicht umgesetzt werden, ansonsten würden wir im rechtsfreien Raum leben.“

Haase ist am Mittwoch wegen eines dienstlichen Termins telefonisch nicht erreichbar gewesen. Weshalb er sich erst am Donnerstag zu den Aussagen von Bengelmann äußern konnte.

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