Auf der Seite der sozial Schwachen

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Das Ehrungsbild des VdK Tannhausen zeit (von links): den zweiten Vorsitzenden Thomas Ganzenmüller, Gerda Kleebauer, Siegfried S
Das Ehrungsbild des VdK Tannhausen zeit (von links): den zweiten Vorsitzenden Thomas Ganzenmüller, Gerda Kleebauer, Siegfried Staiger vom VdK-Landesverband, Franz Weißenburger und den ersten Vorsitzende Bernhard Lingel. (Foto: Martin Bauch)
Schwäbische Zeitung
Martin Bauch

In einem schönen Rahmen hat der VdK Tannhausen sein 70-jähriges Bestehen gefeiert. Erstmals in der Geschichte des Ortsverbandes hat dieser die Mitgliederzahl von 100 überschritten.

Der VdK Tannhausen hat den Wandel vom Kriegsopferverband zum heutigen modernen Sozialverband in allen Phasen mitgemacht. Ging es 1947, nach der Gründung des VdK Tannhausen, hauptsächlich um Hilfestellungen in behördlichen Angelegenheiten für die Opfer und Hinterbliebenen des Zweiten Weltkrieges, sind es heute ganz vielschichtige Probleme. „Der VdK setzt sich heute für die soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft ein. Es ist wichtig, dass es solche Institutionen wie den VdK gibt“, sagte Bürgermeister Manfred Haase.

Mehr als 120 Gäste sind der Einladung des Ortsverbandes zur Jubiläumsfeier in der Turnhalle von Tannhausen gefolgt. Als Vertreter des VdK-Landesverbandes begrüßte der Vorsitzende des VdK Tannhausen, Bernhard Lingel, den Schatzmeister Siegfried Staiger. Dieser ging in seiner Rede näher auf die heutigen Aufgaben und Ziele des VdK ein, blickte aber auch kurz auf die Entstehung des Verbandes zurück. „Erinnern wir uns heute an das 70-jährige Bestehen des Sozialverbandes VdK. Dann kommen wir nicht umhin, uns daran zu erinnern, was diese Schicksalsgemeinschaft bei ihrer Gründung zusammengeführt hat“, sagte Staiger. Ein schrecklicher Krieg, mit Millionen von Toten und ebenso vielen Witwen, Waisen und Kriegsbeschädigten sei der Auslöser gewesen. Nicht zu vergessen die Barbarisierung menschlichen Zusammenlebens mit einer staatlich organisierten Vernichtung Andersdenkender und Andersglaubender. Die weitere Entwicklung des VdK Deutschland sei immer eng mit der Geschichte der Bundesrepublik verknüpft gewesen. Der VdK stehe seit seiner Gründung für eine wachsame und kämpferische Begleitung der Politik im Namen der sozial Schwächeren. Heute setze sich der VdK für die Belange von über 1,8 Millionen Menschen und Mitglieder ein. Die neue Herausforderungen für die Zukunft seien klar definiert. Die Rente müsse für ein würdiges Leben reichen, die Armut müsse aktiv bekämpft werden, Gesundheit und Pflege müssten bezahlbar bleiben, Behinderung dürfe in der Gesellschaft kein Nachteil sein und das Vermögen müsse gerechter verteilt werden, forderte Staiger.

Ohne Hintergedanken

Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU) hält diese Forderungen für gerecht. Er selbst sei Mitglied im VdK und das aus einem ganz besonderen Grund. „Weil der VdK sich fair und ehrlich für das Erreichen seiner Ziele einsetzt, ohne den Hintergedanken den Staat ausnehmen zu wollen“, sagte Kiesewetter. Der Landtagsabgeordnete Winfried Mack (CDU) verwies darauf, dass seit 73 Jahren Frieden in Deutschland und Europa herrscht. „Der VdK hat mit seiner Arbeit ganz bestimmt einen großen Anteil daran“, so Mack.

Im Rahmen des Festaktes wurden Franz Weißenburger für 25 Jahre Mitgliedschaft und Gerda Kleebauer für zehn Jahre Mitgliedschaft geehrt. Die musikalische Umrahmung der Jubiläumsfeier hat die Schwabenlandkapelle Musikverein Tannhausen übernommen.

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