Stödtlen will ein Bürgerrufauto einführen

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 Auch die Gemeinde Stödtlen überlegt, ein Bürgerrufauto mit ehrenamtlichen Fahrdienst einzuführen. In Westhausen (Foto) gibt es
Auch die Gemeinde Stödtlen überlegt, ein Bürgerrufauto mit ehrenamtlichen Fahrdienst einzuführen. In Westhausen (Foto) gibt es das schon, in vielen weiteren Gemeinden wie Adelmannsfelden auch. (Foto: Archiv- Bauch)
Jürgen Blankenhorn

Der Gemeinderat von Stödtlen hat die Grundzüge für einen ehrenamtlichen Fahrdienst einstimmig festgezurrt. So soll das Angebot bewusst keine Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr sein und für Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zur Verfügung stehen.

Um Lücken im öffentlichen Personennahverkehr zu schließen, unterstützt nicht nur das Land Baden-Württemberg die Idee eines ehrenamtlichen Fahrdienstes. Auch die Leader-Jagstregion und der Regionalverband Ostwürttemberg mit dem Projekt KommMobil 2035 fördern den Erhalt und Aufbau solcher Angebote. Sie sollen Defizite im ländlichen Raum minimieren. Dies stellte Stödtlens Bürgermeister Ralf Leinberger deutlich heraus.

Leinberger hatte sich über bereits erfolgreich umgesetzte Projekte informiert. So genüge es, den Fahrdienst nur an den Wochentagen anzubieten. Um die ehrenamtlichen Fahrer nicht über Gebühr zu belasten, seien demnach rund 20 Fahrer (ein Einsatztag pro Monat) nötig. Außerdem müsse das Fahrzeug von der Gemeinde gestellt werden. Je nach Kommune kämen Minivans oder Neunsitzer zum Einsatz.

Um die Fahrzeugnutzung zu optimieren, böten viele Kommunen an den Wochenenden die Möglichkeit des Car-Sharing für Vereine oder öffentliche Einrichtungen an. Da in Stödtlen mehrfach Versuche gescheitert seien, einen Fahrdienst ehrenamtlich zu organisieren, schlug Leinberger vor, die Organisation bei der Gemeindeverwaltung zu verorten. Als Nutzungsvoraussetzungen müssen folgende Kriterien erfüllt sein.

Angebot für ältere Menschen mit eingeschräkter Mobilität

Der Fahrdienst ist rein ehrenamtlich und richtet sich an ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Die Fahrtziele sind begrenzt und definiert, ebenso die Fahrtgründe. Dies sind medizinisch notwendige Termine, Behördengänge oder dringende Besorgungen.

Die Anmeldung für eine Fahrt muss ein bis zwei Tage vorher erfolgen. Es besteht kein Rechtsanspruch und es zählt das Prinzip der ersten Anmeldung. Die Personen müssen selbstständig ein- und aussteigen können. Die Fahrten sind kostenlos, aber Spenden sind denkbar.

Bei der anschließenden Diskussion sprachen sich die Räte einstimmig dafür aus, die Verwaltung damit zu beauftragen, alles Nötige in die Wege zu leiten. Dabei solle auch die Idee des Car-Sharing weiterverfolgt werden. Bei der Wahl eines Fahrzeugs wolle man auf Angebote des Händlers vor Ort zurückgreifen. Der habe bereits sein Entgegenkommen signalisiert, so Leinberger. Details, etwa ob das Fahrzeug geleast oder gekauft werden soll oder welche Fahrzeugklasse infrage komme, sollen in einer späteren Sitzung geklärt werden.

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