Die Besten der Guten

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 Das Kreisjugendblasorchester hat in Stödtlen ein Konzert gegeben.
Das Kreisjugendblasorchester hat in Stödtlen ein Konzert gegeben. (Foto: Blankenhorn)
Jürgen Blankenhorn

Schon in seinem Grußwort konnte man Landrat Klaus Pavel seine Vorfreude auf das Palmsonntagskonzert des Kreisjugendblasorchesters anmerken. Und es schien, als wollten „die Besten der Guten“, wie Pavel sich ausdrückte, seinen Worten Nachdruck verleihen. Unter den Dirigenten Michael Stegmaier und Christian Wolf begeisterten die 65 Musikerinnen und Musiker im Alter von 14 bis 26 Jahren mit eindrucksvollen Soli, harmonischen Läufen oder klangstarken Tutti.

Spielfreude kombiniert mit bestens ausgebildeten Musikern, dazu nicht alltägliche, hochklassige Stücke – der Ostalbkreis darf zurecht stolz sein auf sein Kreisjugendblasorchester.

Mit kurzen Informationen zu den Besonderheiten und zur Entstehung der Stücke wurde den Zuhörern der Zugang erleichtert. Mit Franz von Suppés Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ wurde das Konzert schwungvoll eröffnet.

Die Sehnsucht nach den Lieben

Dem folgte das keltisch inspirierte und mystische „The Green Hill“ von Bert Appermont. Dabei entlockte Solist Samuel Brenner seinem Euphonium ungeahnte Töne und verzauberte im Wechselspiel mit dem Orchester die Besucher – sicher einer der Höhepunkte des Konzerts. Eine kanadische Legende um Goldgräber, die aus Sehnsucht nach ihren Lieben ihre Seele an den Teufel verkauften, inspirierte Otto M. Schwarz zu „Between Two Worlds“. Die sehnsuchtsvolle Stimmung im Goldgräbercamp am Weihnachtsabend, die Idee, das Unmögliche möglich zu machen, der Pakt mit dem Teufel, der Höllenritt durch die Welten, die Wiedersehensfreude, die schicksalhafte Heimreise und die bange Erkenntnis, ob man wirklich mit dem Teufel Geschäfte machen sollte – dies alles wurde vom Orchester auf eine fast schon beängstigende Weise musikalisch wiedergegeben. Chapeau.

Mit dem romantischen „Greensleeves“ starteten die Musiker sehr stimmungsvoll in die zweite Hälfte. Dem folgte die vertonte Lebensgeschichte der Kaiserin Sissi – ein Potpourri der bekanntesten Melodien des Musicals „Elisabeth“. Auch hier verstanden es die Jugendlichen, sowohl die Lebensfreude, als auch die innere Zerrissenheit der Kaiserin, eben die gesamte Tragik ihres Lebens musikalisch zu erzählen. Mit „Toto in Concert“, einem „Best of“ dieser Ausnahmeband, verabschiedete sich das Orchester von seinem restlos begeisterten Publikum – nicht ohne eine nachhaltig geforderte Zugabe. Traditionen müssen eben gelebt werden.

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