Große Kinderporno-Razzia: Drahtzieher aus dem Landkreis Schwäbisch Hall

Lesedauer: 3 Min
Polizist-Symbolfoto
Ein Polizist im Einsatz während einer Razzia. (Foto: Swen Pförtner/dpa / DPA)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG
Landesdienst Baden-Württemberg

Ein 43 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Schwäbisch Hall ist von der Polizei als mutmaßlicher Betreiber einer Kinderporno-Plattform überführt worden. In sieben Bundesländern wurden weitere acht Verdächtige im Alter von 35 bis 61 Jahren ausfindig gemacht, die über die Darknetplattform „Tor Chat Directory“ kinder- und jugendpornografische Schriften ausgetauscht haben sollen. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Montag mit.

Bereits seit Anfang dieses Jahres ermitteln die Beamten der Zentralstelle für Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) im Zusammenhang mit der Darknetplatform. Inzwischen konnte der Standort des Servers, auf dem die Plattform gehostet war, lokalisiert werden. Außerdem wuren zahlreiche mögliche Nutzer der Seite identifiziert werden.

Auf Grund dessen wurden am Mittwoch vergangener Woche bei einer Razzia 26 Häuser und Wohnungen in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg, Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen durchsucht. Darüber hinaus erfolgten zeitgleich auch Durchsuchungsmaßnahmen in der Schweiz. Festnahmen gab es keine. Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens sei geprüft worden, ob bei den einzelnen Beschuldigten die Voraussetzung für die Beantragung eines Untersuchungshaftbefehls vorliegen, wozu insbesondere ein dringender Tatverdacht und Haftgründe wie Fluchtgefahr oder Verdunklungsgefahr zählen. „Dies wurde verneint, weshalb es nicht zu Festnahmen und dem Erlass von Haftbefehlen gekommen ist“, teilt die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt auf Nachfrage mit.

Den Ermittlungen zufolge tauschten die Beschuldigten nicht nur pornografische Schriften aus, sondern verabredeten sich möglicherweise auch zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Die beiden Verdächtigen aus Baden-Württemberg kommen aus den Landkreisen Schwäbisch Hall und Konstanz.

Gegen den 43-Jährigen aus dem Landkreis Schwäbisch Hall besteht darüber hinaus der Verdacht, für zwei weitere Angebote im Darknet verantwortlich zu sein, über die es Nutzern ermöglicht worden sein soll, gegen Entgelt Monatsabonnements für den Bezug kinder- und jugendpornographischer Schriften abzuschließen.

Die Beamten haben den Server inzwischen durchsucht und beschlagnahmt. Die Webseite wurde laut der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt stillgelegt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen