Käfertreffen: Rund 500 Teilnehmer kommen mit Kultauto nach Lenglingen

Lesedauer: 5 Min
Das Käfertreffen unterm Hohenstaufen lockt tausende Besucher an. Teilnehmer kommen auch aus dem Ausland. Rechts: Der Baja der be
Das Käfertreffen unterm Hohenstaufen lockt tausende Besucher an. Teilnehmer kommen auch aus dem Ausland. Rechts: Der Baja der beiden Vorsitzenden wurde zu einem speziellen Gelände-Käfer umgebaut. (Foto: Fotos: gn)
Gerhard Nesper

Aus einer lockeren Stammtischrunde heraus wurde schon im Jahr 1976 das „VW-Käfer-Team Göppingen e.V.“ gegründet. Als ältester regionaler Typenclub Deutschlands ist er mit derzeit knapp 100 Mitgliedern auch einer der größten. Für den Verein um ihre beiden Vorsitzenden Alexander Eckardt und Nea Bayer, sowie ihre rund 40 Helfer/innen ist es eine Herausforderung, alle zwei Jahre ein internationales Käfertreffen mit den Ausmaßen eines Volksfests auf die Beine zu stellen. Denn nicht nur das Käfertreffen, sondern auch das Campen auf der Festwiese, der Käfer-Corso, die Fahrzeugprämierung, die Live-Musik, der Fahrzeugteilemarkt, die Hüpfburg für Kinder und das Weißwurstfrühstück am Sonntag wollten organisiert sein.

Bereits am Mittwoch war mit dem Aufbau des Festzelts begonnen worden, die Installation der Schankanlagen und der Grille, das Aufstellen der Tische und Bänke, das Legen einer Zu- und Abwasserleitung, das Absperren der Park- und Ausstellungsplätze und vieles mehr forderte ein hohes Maß an Manpower.

Am Samstag stand u.a. eine Rundfahrt durch das Stauferland auf dem Programm, die die Käfer-Fans mit ihren Oldtimern von Lenglingen über Ottenbach, Winzingen, Wißgoldingen, Reichenbach, Birkhof zurück nach Ottenbach führte. Nach der Fahrt über den Hohenstaufen kamen alle wieder auf dem Festgelände in Lenglingen an. Am Abend war es die Rock- und Popband „Crimestop“, die im Festzelt für beste Unterhaltung und pure Freude sorgte, nicht nur musikalisch mit Rockklassikern, Popsongs, Schlagerparodien sowie aktuellen Chartbreakers, sondern speziell durch ihre Bühnenshow.

Nachdem bereits am Samstag zahlreiche Besucher die Festwiese säumten und das Treffen großen Zuspruch erfuhr, waren es am Sonntag mehrere hundert Besucher, die sich für die Käfer, vom unsynchronisierten Brezelkäfer, bei dem mit doppelkuppeln und Zwischengas geschaltet werden musste, über Ovalis, Dickholmer, Cabrios, Rennkäfer, individuelle Um- und Eigenbauten, höher- oder tiefergelegt, unzählige Sondermodelle bis hin zum Mexico-Käfer und zahlreiche Bullis bzw. VW-Busse interessierten.

Die rund 500 Aussteller kamen überwiegend aus dem süddeutschen Raum, aber auch aus Italien, Österreich und der Schweiz waren Käfer-Fans angereist. Man sah Ausführungen mit Faltdach, mit der legendären Blumenvase rechts vom Armaturenbrett, mit Seitenscheiben ohne Ausstellfenster, mit Heckstoßstangen mit und ohne Bügel sowie Frontstoßstangen mit und ohne Hörner. Die beiden Vorsitzenden hatten einen „Baja“ mitgebracht, benannt nach einer Wüste in Mexico, der auf der Basis eines VW 1200 mittels Bausatz in einen speziellen Gelände-Käfer umgebaut worden war.

Viel Gelegenheit, mit den Besitzern der Raritäten ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und über den Käfer, den die meisten Besucher selbst einmal fuhren, fachzusimpeln und in Erinnerungen zu schwelgen, ist doch der Käfer eine Autolegende, der die Deutschen in den 50ern bis nach Italien gebracht hat. Auf dem Teilemarkt, auf dem nicht nur Privatpersonen, sondern auch Händler Ersatzteile und Zubehör anboten, herrschte ebenfalls reger Betrieb und Kaufinteresse. Kotflügel, Stoßstangen, Auspuffe, Armaturen, Fenster, Schläuche, Felgen, Radkappen, Dichtungen, Scheibenwischer, Aschenbecher, Zierleisten, kurz, es gab nichts was es nicht gab. Das leibliche Wohl der Gäste kam natürlich auch nicht zu kurz. Auf der Speisekarte standen Grillwürste aller Art, Fleischkäse, Steaks, Fleischküchle, Maultaschen sowie Herings- und Lachswecken, teils auch in vegetarischer Ausführung. Gleich nach der Fahrzeugprämierung, bei der die Top 10 der schönsten, witzigsten und interessantesten Fahrzeuge in den Kategorien Optik, Alter, Originalität, bester Umbau, schönster Bus, bester Kübelwagen und bester Ghia gekürt wurden, begann man mit dem Abbau, muss doch die Wiese bis Montagabend geräumt sein.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen