Ein Sportlerherz hat aufgehört zu schlagen: Edelbert Krieg ist tot

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Erlag seiner Krebserkrankung: Edelbert Krieg ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren verstorben.
Erlag seiner Krebserkrankung: Edelbert Krieg ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren verstorben. (Foto: privat)
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Der ehemalige Kreisrat und Mathematik-Oberstudienrat an der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd, Edelbert Krieg, ist am Dienstag im Alter von 74 Jahren verstorben. Er erlag kurz vor seinem Geburtstag den Folgen einer schweren Krebserkrankung.

„Es war für unsere Familie und vor allem für mich ein besonderes Jahr, ein Jahr des Hoffens und Bangens“, das hat Edelbert Krieg zu Weihnachten 2018 noch an seine Freunde geschrieben. Und er war zuversichtlich, dass er – nach vielen Krankenhausaufenthalten und Operationen – den Krebs besiegt hatte. Doch diesen Kampf hat Edelbert Krieg am vergangenen Dienstag verloren.

„Edelbert Krieg ist eigentlich das Musterbeispiel für einen Ehrenamtlichen“, hatte einst Gerhard Mayer-Vorfelder über den Sportler aus Bargau gesagt, der von 1971 bis 2005 Lehrer am Technischen Gymnasium im Berufsschulzentrum in Gmünd (Mathematik, Physik) gewesen ist und in dieser Zeit viele junge Leute unter seine Fittiche genommen hatte.

Als Sportler war er in erster Linie Fußballer bei seinem Heimatverein FC Bargau, in dem er seit 1969 auch ehrenamtlich tätig war. Zahlose Aufgaben wurden von ihm übernommen, zahlreiche Ehrungen wurden ihm dafür zuteil. Angefangen von der Spielerehrennadel bis hin zur Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des FC Bargau im Jahr 2006, in dem er auch die WFV-Ehrennadel in Gold erhalten hat.

Weitreichendes Engagement

Doch sein Engagement beschränkte sich nicht auf den Verein. „Ede“ war im Sportkreis Ostalb genauso tätig wie im damaligen Fußballbezirk Kocher/Rems, dem er von 1997 bis 2006 vorstand und vor 22 Jahren den Fairplay-Preis im gesamten Bezirk eingeführt hat.

Für den Sport in der Stadt Gmünd war er in vielerlei Hinsicht ein Pionier, weswegen er 1999 auch in die Reihe der Sportpioniere aufgenommen wurde.

Edelbert Krieg war sowohl als Stadtverbandsvorsitzender als auch als Fußball-Bezirksvorsitzender kein „bequemer“ Funktionär. Er war hartnäckig im Verfolgen seiner Ziele, war Antreiber und Weichensteller. Aber er tat alles mit Herzblut und voller Überzeugung. Im Stadtverband Sport hat er die bundesweit beachteten Projekte Gmünder Sport-Spaß und den Kinder-Sport-Spaß eingeführt und er hat erst im vergangenen Jahr die Stadt Gmünd wieder an die notwendige Jugendförderung erinnert.

Auch dem Württembergischen Fußballverband hat Edelbert Krieg öfter auf den Zahn gefühlt mit dem Ergebnis, dass man in Stuttgart respektvoll und anerkennenswert in den Bezirk Kocher/Rems geschaut hat.

In der Politik mischte Edelbert Krieg mit. Er war viele Jahre im Kreisrat und bis vor Kurzem noch im Regionalverband Ostwürttemberg. Dass er im Juli 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde, war eigentlich nur die logische Konsequenz seines Wirkens für die Allgemeinheit, aber für den Sport im Besonderen. Ein Jahr zuvor hatte er die Landesverdienstnadel erhalten.

Edelbert Krieg war aber auch ein sehr geselliger Mensch. Er hat gerne Skat gespielt und er sagte erst vor wenigen Tagen: „Wer um mich trauert, soll danach auch wieder fröhlich sein und sich ins Vereinsheim setzen, ein Bier trinken und dazu eine Brezel essen.“

Pokalspiele beginnen mit einer Schweigeminute

Kriegs Beisetzung mit Requiem findet am Freitag, 16. August, in Bargau statt. Bereits am Wochenende wird auf den Sportplätzen im Landkreis an Krieg erinnert. Die erste Pokalrunde im AOK-Pokal Ostwürttemberg wird mit einer Schweigeminute beginnen. Mannschaften und Schiedsrichter werden sich dazu im Mittelkreis für einen Moment der Stille aufstellen.

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