Schlüsselübergabe: Der Gmünder Polizeichef Helmut Argauer und sein Nachfolger der bisherige Leiter des Ellwanger Reviers, Gera
Schlüsselübergabe: Der Gmünder Polizeichef Helmut Argauer und sein Nachfolger der bisherige Leiter des Ellwanger Reviers, Gerald Jüngel (links). (Foto: rz)

Nach rund 18 Jahren an der Spitze des Gmünder Polizeireviers ist Polizeidirektor Helmut Argauer in den Ruhestand verabschiedet worden. Gleichzeitig wurde Polizeioberrat Gerald Jüngel, bisheriger Revierleiter in Ellwangen, als sein Nachfolger eingesetzt.

Der letzte Oktobertag ist ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Polizei für Schwäbisch Gmünd und den Ostalbkreis. Zwei sehr markante Polizeibeamte gingen in den Ruhestand: Helmut Argauer, Chef des Gmünder Polizeireviers, und Bernhard Kohn, Chef der Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen.

Letzte Streifenfahrt auf dem Dienstbike

Der am Freitag noch amtierende Gmünder Polizeichef Helmut Argauer absolvierte seine letzte offizielle Streife durch die Gmünder Innenstadt auf dem Fahrrad. Natürlich mit einem Modell mit zuschaltbarem Elektromotor, um gegebenenfalls die Verfolgungsjagd nach Gaunern aufnehmen zukönnen. Argauers letzte Streife durch die Gmünder Innenstadt war auch geprägt von Vertrauen in „seine“ ehrlichen Gmünder. An seinem geliebten Zigarrenlädle schloss er das wertvolle Dienstbike nicht mal ab. „Ich hab’s aber immer im Auge“, sagte er.

Helmut Argauer war und ist weit mehr als „nur“ Chef des Polizeireviers in Schwäbisch Gmünd gewesen. Als er vor nunmehr 18 Jahren dieses Amt antrat, da war bereits von einer kulturellen Sternstunde die Rede, als die „Rems-Zeitung“ über die Begrüßung berichtete. Dieser Polizeidirektor war und ist ein begnadeter Musiker, Sänger und Redner. Er stellte sein künstlerisches Talent schon bei vielen Gelegenheiten in den Dienst der Allgemeinheit, nicht nur bei der Gmünder Fasnet, bei der seine Auftritte umjubelt wurden. Stark ist sein soziales Engagement.

Abschiedsgottesdienst im Gmünder Münster

Argauer ist aber gewiss nicht nur ein geselliger Spaßvogel. Als strenger Chef war er bei seinen Kollegen bekannt und gefürchtet. Vor allem aber war er geschätzt als guter und verlässlicher Kollege und Kamerad aller Hilfsorganisationen. Die „Blaulicht-Gottesdienste“ in Gmünd tragen die Handschrift von Helmut Argauer. Er ist der christlichen Überzeugung, dass gute Arbeit der Blaulicht-Organisationen nicht nur auf Technik und Ausbildung beruht, sondern ebenso geistliches Rüstzeug benötigt. So lud Argauer auch alle Wegbegleiter zu einem Abschiedsgottesdienst ins Münster ein.

Bild einer bürgernahen Polizei mitgeprägt

Polizeipräsident Roalnd Eisele bezeichnete Argauer bei der offiziellen Verabschiedung im Prediger als fürsorglich, ehrlich, geradeaus, loyal und kompetent. Er erinnerte an die Einsätze des scheidenden Gmünder Polizeichefs anlässlich des Nato-Gipfels, bei Castor-Transaporten und bei Großdemonstrationen, wobei er von Hamburg über Berlin und Köln auch in zahlreichen ostdeutschen Städten zum Einsatz gekommen sei. Argauer habe mit seinem Einsatz und Engagement viel für die Polizei getan. Er habe das Bild einer bürgernahen Polizei mitgeprägt.

Nachfolger von Argauer als Gmünder Polizeichef ist Gerald Jüngel, der zuletzt als Revierleiter in Ellwangen tätig war und nun zurück in die engere Heimat gekehrt ist.

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