Ein Schwalbennest unter einem Dachvorsprung.
Ein Schwalbennest unter einem Dachvorsprung. (Foto: Nabu Ellwangen)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalben aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in unseren Dörfern und Städten zu brüten. Während die Mehlschwalben vor allem die Dachvorsprünge der Häuser besiedeln, brüten die Rauchschwalben gern in Ställen und Scheunen.

So werden Mehlschwalben jedes Frühjahr auch in Geiselrot bei Josef und Rita Schenk mit großer Spannung und Vorfreude erwartet. Wie viele kehren von ihrer langen und gefahrvollen Reise zurück? Wie viele der über 40 Nester, die an Schenks Garage angebracht sind, werden dieses Jahr für die Brut belegt? Mit ihrem Gesang kündigen sie den baldigen Sommer an. „Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren“, heißt es in einem alten deutschen Sprichwort.

Seit fast 40 Jahren besteht die Brutkolonie bei Schenks in Geiselrot. Von wenigen Brutpaaren ist sie im Laufe der Jahre auf teilweise über 40 Paare angewachsen. Mehlschwalben sind sehr standorttreu und kehren zuverlässig in ihren Heimatort zurück. Für ihren Einsatz für die Schwalben und dem Anbringen von Nestern wurden sie im vergangenen Herbst mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ vom Nabu Ellwangen durch Hariolf Löffelad und Angelika Benninger ausgezeichnet.

Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. „Ihre Zahl geht in Deutschland seit vielen Jahren zurück. Eine der Hauptursachen ist der Verlust an Nistplätzen, die durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen verloren gehen. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht. Außerdem werden auch ihre Nahrungsgrundlagen, die Fluginsekten, knapp“, sagt Josef Schenk.

Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter gepflastert oder geteert, sodass unsere Glücksbringer weniger Pfützen und den daraus benötigten Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen auf dem Acker immer weniger Insekten, die ja die Lebensgrundlage der Schwalben und für die Aufzucht der Jungen unentbehrlich sind.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU Ellwangen dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze zu erhalten und neue zu schaffen. „Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Kunstnestern oder einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Schenk.

Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Pension, Geschäft, Pferde- oder Bauernhof oder Fabrikgebäude handelt.

Eine für dieses Jahr vom NABU Ellwangen geplante Schwalbenaktion beim Ellwanger Frühling musste coronabedingt entfallen und wird aufs nächste Frühjahr verschoben.

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