Marienbilder im Wandel der Zeit

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Marienbilder in der Geschichte und aus verschiedenen Regionen beschrieb der Historiker und Theologe, Professor Wolfgang Urban au
Marienbilder in der Geschichte und aus verschiedenen Regionen beschrieb der Historiker und Theologe, Professor Wolfgang Urban aus Rottenburg am Neckar bei seinem Einführungsreferat zur Ausstellung „Meine Mutter Gottes“ in Rosenberg. (Foto: privat)
Vion Hermann Sorg

Das Rosenberger Sieger-Köder-Zentrum ist in den Wintermonaten November bis März immer sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. An den beiden Weihnachtsfeiertagen, an Neujahr und am Dreikönigstag bleibt das Sieger-Köder-Zentrum geschlossen. Über das Rathaus Rosenberg (07967-90000) können Sonderführungen außerhalb der normalen Öffnungszeiten vereinbart werden.

In Rosenberg ist am vergangenen Freitag die Sonderausstellung „Meine Mutter Gottes“ eröffnet worden. Professor Wolfgang Urban führte hier in die neue Ausstellung ein, die noch bis zum 19. Januar im Sieger-Köder-Zentrum gezeigt wird. Die Ausstellung zeigt rund 70 Mariendarstellungen.

„Keine Figur ist wie die andere und jedes Bild ist anders, aber man kann Gemeinsamkeiten und parallele Strukturen finden“, so umschrieb der Rottenburger Kirchenhistoriker und Theologe Professor Wolfgang Urban am Freitagabend in Rosenberg die Sonderausstellung „Meine Mutter Gottes“. Der langjährige Direktor des Diözesanmuseums in der Bischofsstadt am Neckar war Einführungsredner bei der Vernissage im Rosenberger Rathaus und danach im Sieger-Köder-Zentrum.

Die „Stiftung Kunst und Kultur in Rosenberg“ hatte über verschiedene Medien gebeten, dass Marienverehrer doch ihr Bild oder ihre Figur der Gottesmutter für eine Ausstellung zur Verfügung zu stellen möchten. So kamen knapp 70 Exponate zusammen, die ein Fachgremium mit Professor Urban nach bestimmten Kriterien zusammengestellt hatte und die nun an allen Sonntagen bis zum 2. Februar 2020 im Rosenberger Sieger-Köder-Zentrum präsentiert werden.

Urban unterscheidet grundsätzlich zwei große Gruppen von Marienbildern: Zum einen wird Maria mit Jesus dargestellt, entweder als Kind oder mit dem vom Kreuz abgenommenen Leichnam und zum anderen allein, ohne Jesus. In verschiedenen Kunstepochen haben sich daraus ganz typische Bilder und Figuren entwickelt. Vertreter fast aller dieser Epochen sind in der Rosenberger Ausstellung zu sehen.

Das Grundmotiv ist immer gleich

Begonnen haben Marienbildnisse mit den Ikonen aus frühchristlicher Zeit. Das Grundmotiv ist immer gleich und wird auf ein Urbild zurückgeführt, das „nicht von Menschenhand entstanden ist“, so Urban. Gelegentlich werde sogar der Evangelist Lukas, der am meisten über Maria berichtet, als der Maler des urchristlichen Marienbildes gesehen. Der Theologe Johannes von Damaskus (650-750) verehre in Marienbildnissen nicht das materielle Objekt an sich sondern das, was dargestellt ist, nämlich Maria oder Jesus oder bei gemeinsamer Darstellung auch beide Personen. „Bilder sind hier Repräsentationen; sie machen das gegenwärtig, was auf ihnen dargestellt“, so der Theologe und Kunstgeschichtler.

Eine weite Verbreitung fanden Marienbilder über Nachbildungen der Gnadenbilder von Altötting, Einsiedeln (Schweiz), Montserrat (Katalonien), Mariazell (Österreich), Tsachenstochau (Polen) oder der Guadeloupe in Mexiko. „Dazu gehört auch das Gnadenbild vom Schönenberg, eine Abbildung von Notre-Dame de Foy aus Belgien“, betonte der Vernissagenredner. In viele Wohnstuben und Häuser hinein fanden später Mariendfiguren der Erscheinungen von La Salette (1846), Lourdes (1858) und Fatima (1917).

Umrahmt wurde die Vernissage am Freitag von einem Saxophonquintett des Musikvereins Rosenberg, Leitung Stephan Schröder, eingeführt in den Abend hatte der Vorsitzende der „Stiftung Kunst und Kultur in Rosenberg“, Hermann Sorg; wohlmeinende Grußworte kamen von Bürgermeister Tobias Schneider.

Das Rosenberger Sieger-Köder-Zentrum ist in den Wintermonaten November bis März immer sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. An den beiden Weihnachtsfeiertagen, an Neujahr und am Dreikönigstag bleibt das Sieger-Köder-Zentrum geschlossen. Über das Rathaus Rosenberg (07967-90000) können Sonderführungen außerhalb der normalen Öffnungszeiten vereinbart werden.

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