Gemeinderat lehnt Windpark Süd ab

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Vor eineinhalb Jahren entstand diese Aufnahme (vom Hohenberg aus). Es zeigt den Bau des ersten Leinenfirster Windrades Wenn es nach dem Willen der EnBW/ODR geht, sollen auf dem Waldrücken davor (unterer Bildrand), dem „Schimmelesbuck“, drei der grö (Foto: Sorg)
Hermann Sorg

So etwas hat es im Gemeinderat Rosenberg noch nicht gegeben: Er hat am Montagabend der Genehmigungsbehörde das „Einvernehmen zum immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren Windpark Rosenberg-Süd“ verweigert. Vorausgegangen waren Redebeiträge aller vollzählig anwesenden Ratsmitglieder.

Die EnBW/ODR möchte südlich der Rosenberger Teilorte Matzengehren und Hinterbrand drei der höchsten, je in der Bundesrepublik errichteten, Windräder mit einer Gesamthöhe von 230 Meter und einer Nabenhöhe von 164 Meter bauen (wir berichteten bereist ausführlich).

Der Abstand zu den vorgenannten Rosenberger Ortsteilen, aber auch zu den Ellwanger Wohnplätzen Griesweiler und Altmannsrot sowie zum Neulermer Wohnplatz Schönberger Hof beträgt gerade mal zwischen 780 bis 970 Meter.

Den Reigen der Statements eröffnete am Montagabend Ratsherr Hubert Thalheimer. Das Kreistagsmitglied der Grünen sprach von einem Fehler, den man 2012 gemacht habe, als man die Gesamthöhe der Windräder nicht auf 200 Meter begrenzte.

Judith Ebert-El Mawla merkte an, dass dies kein Fehler gewesen war, sondern damals ganz „einfach Stand der Technik“. Die jetzt möglichen Riesenwindräder seien neue Sachverhalte; darüber müsse nun entsprechend neu abgestimmt werden.

Dieser Meinung schlossen sich auch die Ratsherren Stefan Mack, Rüdiger Förstner, Andreas Stirner und Helmut Haug an. Haug sowie Ratsmitglied Manfred Rupp fragten, ob es nicht auch genüge, das Einvernehmen nicht zu erteilen. Dem widersprach Gemeinderat Josef Otto Rettenmaier. Für ihn sei es „logisch und konsequent“, dass die jetzt geplanten Anlagen neue Fakten geschaffen haben und deswegen auch neu genehmigt werden müssen. Dem stimmte auch Gemeinderat Gerold Geiger zu.

Bürger melden sich auch zu Wort

Die Ratsmitglieder Stephan Zerrer und Stefan Mack fragten Bürgermeister Uwe Debler nach den Konsequenzen einer Ablehnung. Das wisse er einfach nicht, weil es so einen Fall noch nicht gegeben habe, erklärte Debler. Da der Ausbau der Windkraft im Baurecht privilegiert sei, habe der Antragsteller einen Anspruch auf Zustimmung. Ihn ärgere vor allem das nichtöffentliche Baugenehmigungsverfahren, was maßgeblich zu einer Ablehnungshaltung in der Bevölkerung führe.

Die Riesenwindräder von Rosenberg-Süd waren auch das dominierende Thema der Bürgerfragestunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung gewesen. Der in Matzengehren wohnende Rudolf Knecht forderte den Ausbau neuer Speichertechnologien anstelle immer größer werdenden Windräder. Michael Hoffmann aus Hinterbrand dankte in der Schlussfragerunde dem Rosenberger Gemeinderat für seine „mutige Entscheidung“. Acht Ratsmitglieder hatten die Zustimmung zur Genehmigung verweigert. Rudolf Knecht sieht darin auch „eine Maßgabe für die Ellwanger Ortschafts- und Gemeinderäte“, die demnächst ebenfalls darüber entscheiden müssen.

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