Einer der beiden umgeknickten Hochspannungsmasten bei Eschental (Hohenlohekreis).
Einer der beiden umgeknickten Hochspannungsmasten bei Eschental (Hohenlohekreis). (Foto: TransnetBW)
Schwäbische Zeitung

Rosenberg/Ellwangen - Das Sturmtief „Burglind“ hat vergangene Woche bei Eschental, einem Teilort von Kupferzell im Hohenlohekreis, zwei Hochspannungsmasten umgeknickt. Der Netzbetreiber TransnetBW sucht noch nach der Ursache. In der Nähe der Holzmühle bei Rosenberg war zudem ein Mittelspannungsmast umgekippt. Wegen dieser und anderer Zwischenfälle sieht sich die Bürgerinitiative Neunheim in ihrer Forderung bestärkt, die Leitungen unter die Erde zu verlegen.

Die durch den Sturm unterbrochene Leitung ist zwar inzwischen wieder am Netz, teilte TransnetBW mit. Der Netzbetreiber fahndet aber nach wie vor nach dem Grund, warum bei Eschental gleich zwei Hochspannungsmasten wie Streichhölzer umknickten.

Hochspannungsleitungen stammen aus den 90er-Jahren

Die Pressesprecherin des Unternehmens, Annett Urbaczka, sagte, dass die Freileitungen grundsätzlich für starke Windbelastungen ausgelegt seien. Die Hochspannungsmasten stammten aus den 90er-Jahren und seien daher auch nicht überaltert. „Selbstredend halten wir bei der Errichtung alle normativen Forderungen und Empfehlungen ein“, so die TransnetBW-Sprecherin. Jörg Busse, Sprecher beim Verteilnetzbetreiber Netze BW, bemerkt, es sei „sehr ungewöhnlich“, dass Wind eine solche Wirkung entfalte.

Die Bürgerinitiative Neunheim, die sich für die unterirdische Verlegung von Hochspannungsleitungen ausspricht, sieht sich durch die Wetterereignisse in ihren Forderungen bestätigt. In einem Brief, der der „Ipf- und Jagst-Zeitung“ vorliegt, fordern die Sprecher der Initiative, Barbara Haas und Dieter Schips, deshalb die Änderung des Paragrafen 43h des Energiewirtschaftsgesetzes. 110-Kilovolt-Hochspannungsleitungen sollen demnach grundsätzlich als Erdkabel verlegt werden.

Derzeit sieht das Energiewirtschaftsgesetz vor, dass Hochspannungsleitungen dann unter der Erde verlegt werden sollen, wenn die Kosten dafür das 2,75-fache einer vergleichbaren Freileitung nicht übersteigen. Sie können aber auch dann als Freileitung genehmigt werden, wenn der Netzbetreiber dies beantragt und dem keine öffentlichen Interessen entgegenstehen.

Die Bürgerinitiative warnt auch davor, dass Freileitungen Ziele von Terroranschlägen werden können. „Dies wäre fatal für das ganze Leitungsnetz und fatal für uns Bürger, unsere Familien und unsere Arbeitsplätze“, heißt es in dem Brief der Initiative.

An Plakataktionen, die sich für die Erdverkabelung in Wohngebieten einsetzten, hatten im vergangenen Jahr Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek sowie die Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter (CDU), Leni Breymaier (SPD) und Margit Stumpp (Grüne) teilgenommen.

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