Windpark soll auf dem Ohrengipfel entstehen

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Die neue grün-rote Landes-regierung in Baden-Württemberg hat ein ehrgeiziges Ziel. Bis 2020 will sie zehn Prozent des Stromes im Land aus Windenergie erzeugen lassen. Derzeit liegt der Anteil bei nur 0,7 Prozent. Einen aktiven Beitrag hierzu wollen auch zwei Wind-Energieunternehmen aus den Landkreisen Donau-Ries und Ostalb leisten. Die Windenergie Donau-Ries mit künftigem Sitz in Nördlingen und das Unternehmen Windenergie Schweizer aus Bopfingen-Hohenberg planen im Stiftungswald im Bereich Schweindorf/Ohrengipfel den Bau eines Windparks. Während die Vertreter der bayerischen Seite an bis zu zwölf Windräder denken, will sich Erwin Schweizer mit sechs bis acht zufrieden geben. Beide stellten in der jüngsten Riesbürger Gemeinderatssitzung ihre Planungen vor.

Die Ratsmitglieder hatten sich deshalb mit dem Thema zu beschäftigen, weil der Ohrengipfel auf der Gemarkung Utzmemmingen liegt und damit zu Riesbürg gehört. Weiterhin betroffen sind die Kommunen Ederheim, Nördlingen als Grundbesitzer und Neresheim. Das Gebiet um den Ohrengipfel wird im „Windaltas Baden-Württemberg“ als besonders geeignet für die Aufstellung von Windkraftanlagen bezeichnet. Nur hat das Ganze derzeit noch einen gravierenden Haken: Nach dem derzeit gültigen Regionalplan für Ostwürttemberg ist diese Gegend unter der Prämisse „Erholungsraum“ als sogenannter „schutzbedürftiger Bereich“ ausgewiesen, in dem der Bau von Windrädern nicht zulässig ist.

Dies bedeutet, dass der Regionalverband zumindest eine „Teilfortschreibung“ machen muss, um so Planungsrecht für Windkraftanlagen zu schaffen. Am 22. Juli wird der Regional-verbands Ostwürttemberg darüber entscheiden. Die potentiellen Anlagenbauer haben jedenfalls entsprechende Anträge eingereicht.

Eine Fortschreibung ist Grundvoraussetzung für die Einreichung von Bauanträgen. Lehnen die zuständigen Planungsverbände – neben Ostwürttemberg auch der in Bayerisch-Schwaben - eine Teilfortschreibung ab, kann das Projekt „Windpark“ in der bayerisch-württembergischen Grenzregion nicht verwirklicht werden und im Raum Ohrengipfel, Blankenstein, Schweindorf bleibt alles beim alten.

Beide Unternehmen wollen im Falle der Realisierung ihrer Vorhaben „Bürgerwindanlagen“ anbieten. Soll heißen: Die Bevölkerung aus der näheren Umgebung kann sich finanziell beteiligen und mit dem eingesetzen Kapital entsprechende Renditen erzielen. Eingespeist werden kann der mittels Windkraft erzeugte Strom in eine in der Nähe vorbeiführende 110-KV-Leitung der EnBW. Ein Windrad hat eine Nabenhöhe von etwa 140 Metern und eine Leistung von drei Megawatt. Die Baukosten pro Rad liegen zwischen 4,5 und 4,8 Millionen Euro.

In ihrer Stellungnahme gegenüber dem Regionalverband Ostwürttemberg will die Gemeinde Riesbürg erklären, dass sie mit einer Teilfortschreibung des Regionalplanes einverstanden ist. Die Gemeinderäte fassten einen entsprechenden Beschluss einstimmig.

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