Der Schwabsberger Osterbrunnen steht für Zusammenhalt

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 Ein Teil der engagierten Helferinnen und Helfer, die in Schwabsberg Jahr für Jahr den Osterbrunnen aufbauen und bestücken (von
Ein Teil der engagierten Helferinnen und Helfer, die in Schwabsberg Jahr für Jahr den Osterbrunnen aufbauen und bestücken (von links): Maria Weis, Adelheid Fuchs, Anneliese Franzosi, Veronika Merz, Renate Eisenbart, Luzia Schmid. (Foto: Schwenk)
IPF- UND JAGST-ZEITUNG

Der heilige Martin, Schutzpatron der katholischen Kirchengemeinde in Schwabsberg, hat einen ganz besonderen Platz bekommen: Auf einem großen, filigran bemalten Ei am Osterbrunnen ist die Szene des Mantelteilens festgehalten. Es ist eines von insgesamt rund 4000 bunten, ganz akkurat bemalten und gesteckten Eiern des Schwabsberger Osterbrunnens. In diesem Jahr entsteht er zum elften Mal.

Vor dem Rathaus in Schwabsberg herrscht fleißige Betriebsamkeit. Eier werden genau unter die Lupe genommen, geprüft, ob die Perle richtig sitzt, mit Bedacht gesteckt. Das Grundgerüst für den Schwabsberger Osterbrunnen ist ein Gestell umwickelt mit Koniferen. Die Form ist dem Brunnen angepasst. „Drei Tage lang haben wir mit vielen Helferinnen und Helfern gebunden, jetzt wird gesteckt“, berichtet Luzia Schmid. Sie ist gemeinsam mit Hobby-Künstlerin Veronika Merz die treibende Kraft im Schwabsberger Osterbrunnen-Geschehen. Was vor elf Jahren im Seniorenkreis der Kirchengemeinde Sankt Martinus seinen Anfang genommen hat, ist mittlerweile nicht mehr aus dem Ortsgeschehen wegzudenken.

Am Palmsonntag erfolgt die Weihe

„Die Leute bleiben stehen, bewundern die Pracht und schauen sich die Eier genau an“, hat der gewählte Vorsitzende der Kirchengemeinde, Max Vogelmann, beobachtet. Am Palmsonntag wird Pfarrer Jürgen Zorn die Palmenweihe am Osterbrunnen vornehmen und ihn selbst auch weihen. Dann ist das Kunstwerk noch einige Wochen zu bestaunen.

Die Gestaltung des Osterbrunnens ist genau durchdacht. „Wir haben die liturgischen Farben aufgenommen, so ist der dargestellte Kreuzweg von violettfarbenen Eiern umgeben“, erklärt Veronika Merz. Mit filigranen Bleistiftstrichen zeichnet sie die Motive vor, um sie später farbig auszumalen. In diesem Jahr ist das Thema „Auferstehung“ neu dazugekommen. Nächstes Jahr wird die Zeit von Weihnachten bis zur Auferstehung auf Eiern abgebildet werden. Jedes einzelne Ei verdient seine Aufmerksamkeit und lädt ein, seine Botschaft zu entdecken.

„Dieser Osterbrunnen steht auch für den Zusammenhalt in unserem Dorf und in unserer Kirchengemeinde“, ist Maria Weis überzeugt. Die religiöse Motivation treibe sie an, immer wieder mitzumachen und ihre Zeit für dieses Kunstwerk zu spenden. Dass die Frauen beim Stecken der Eier ganz ehrlich miteinander umgehen, sich gegenseitig Rat geben oder auch Kritik äußern, das empfindet sie als sehr wohltuend. „Wir sind hier eine Gemeinschaft, die zusammen etwas Schönes schafft“ – zur eigenen Freude und für alle, denen das eine oder andere Ei ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

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