50 Jahre Limesturm in Rainau

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 Der Limestrum in Buch ist 50 Jahre alt. Inzwischen steht schon die zweite Version.
Der Limestrum in Buch ist 50 Jahre alt. Inzwischen steht schon die zweite Version. (Foto: Bauch)
Martin Bauch
Freier Mitarbeiter

Der Ostalbkreis und die Gemeinde Rainau haben anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Limesanlage Mahdholz bei Buch zu einem Aktionstag eingeladen. Am Tag der Deutschen Einheit konnten die Besucher einen Blick ins Innere werfen.

Der Limes, einst die Grenze zwischen Rom und dem Rest der Welt, verläuft 60 Kilometer quer durch den Ostalbkreis. Der Kreis hat deshalb eine besondere Beziehung zum Limes. Von der Grenze ist nicht mehr viel zu sehen. Dafür steht seit 50 Jahren bei Rainau der Nachbau eines römischen Wachturms, der für viele andere Nachbauten Pate stand. Eigentlich ist der Limesturm erst zehn Jahre alt. Sein Vorgänger von 1968 wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

„Der neue Turm wurde nach den neuesten archäologischen Erkenntnissen gebaut“, berichtete Landrat Klaus Pavel. Tatsächlich unterscheidet sich der neue Wachturm deutlich von seinem Vorgänger. So fehlt der Brüstungs-Rundgang, weil es solche Türme in der Region nicht gab.

Das archäologische Experiment scheitert am Anstrich

Der Abriss sollte ein spektakuläres Ereignis werden und bei einem kontrollierten Brand neue archäologische Erkenntnisse bringen. Doch der Anstrich und die darin enthaltenen Giftstoffe machten dem Experiment den Garaus.

Nicht weniger spektakulär war dann der Abriss durch die Feuerwehr von Rainau im Sommer 2007. Sie entfernten auch die aufwendige Palisadenwand, die die historische Grenzanlage verbildlichen sollte. Der Neubau hat keine Palisaden mehr. Schade fand das der Limes-Cicerone Andreas Schaaf. „Wir würden uns wirklich wünschen, dass dieser Wachturm, um diesen wichtigen Gesichtspunkt erweitert wird.“ Er stieß mit diesem Wunsch bei Landrat Pavel auf offene Ohren.

Bei der Jubiläumsfeier sprach neben Pavel auch der erste stellvertretende Bürgermeister von Rainau, Xaver Stark, ein Grußwort. Schaaf führte anschließend durch die Ausstellung im Inneren des Wachturms. Darsteller der Römergruppe Numerus Britonum aus Welzheim stellten eine Grenzszene nach. Mit einer römischen Essenstheke wurde auch an die Bewirtung der Besucher gedacht.

Die Sonderausstellung kann bis bis zum Saisonende am 4. November im Turm besucht werden. Bis zum 7. Oktober ist der Turm von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Zwei weitere Sonderführungen runden die Jubiläumsfeier ab. Am Samstag, 6. Oktober, um 16.30 Uhr führt Limes-Cicerone Roland Gauermann durch die Anlage und den angrenzenden Limesabschnitt im Limes-Park Rainau (Dauer 90 Minuten). Andreas Schaaf bietet in seiner ergänzenden „Limes-Park-Patrouille“ am Sonntag, 7. Oktober, um 11 Uhr an (Dauer zwei Stunden). Treffpunkt ist jeweils der Parkplatz am Limesturm Buch.

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