Wenn Schüler zu Unternehmern werden

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 Das Thema ist Herzensangelegenheit. Das Gewinnerteam "smarteens" erhält für ihre Idee "ContRape" 30 Bonuspunkte für den Wettbew
Das Thema ist Herzensangelegenheit. Das Gewinnerteam "smarteens" erhält für ihre Idee "ContRape" 30 Bonuspunkte für den Wettbewerb, die ihnen helfen sollen, ins Finale zu kommen. Von links: Moderatorin Eva Mürrle, Hannah Weschenfelder, Hai-Trieu Le, Jonas Fichtner-Pflaum und Leon Restelica von der Handelslehranstalt in Bruchsal. (Foto: Dorothea Halbig)
Dorothea Halbig

Acht Schülergruppen aus Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz haben bei der Firma Zeiss in Oberkochen ihre Produkt- und Dienstleistungs-Ideen im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend gründet“ vorgestellt. Unter den vielen Ideen sind etwa ein nachhaltigem Nutztierfutter aus Insekten und Algen, ein Handyspiel mit Nostalgiefaktor oder eine recycelten und individuellen Handyhülle gewesen. Durchgesetzt hat sich ein Team aus Bruchsal.

Hai-Trieu Le, Hannah Weschenfelder, Leon Restelica und Jonas Fichtner-Pflaum von der Handelslehranstalt Bruchsal nennen ihr Unternehmen smarteens GmbH. Mit ihrem Produkt „ContRape“ sprechen sie ein gravierendes Thema an: Leider fühlen sich Frauen alleine immer noch oft unsicher. Immer wieder wird über sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen berichtet. Aus diesem Grund wollen die jungen Gründer aus Buchsal ein Armband soll mit Funktionen ausstatten, die eventuelle Angreifer abschrecken oder um eigenständig Hilfe holen zu können. Ihre Mission ist es, Übergriffe mit Zusammenhalt statt mit Gewalt zu stoppen. „Wir schaffen Sicherheit durch Community“, lautet ihr Motto. Bei der Nutzung des Armbandes, das über den Funkstandard Bluetooth mit einer App auf dem Handy verbunden ist, werden in einem Ernstfall andere Benutzer von „ContRape“ benachrichtigt, die sich in der Nähe aufhalten und somit einschreiten können.

Von 739 Einreichungen beim Online-Wettbewerb „Jugend gründet“ durften sich die jungen Unternehmer mit den besten Businessplänen bei drei Veranstaltungen vorstellen. Diese haben in diesem Jahr schon in Berlin und Leipzig stattgefunden. Die letzte Veranstaltung fand bei Zeiss in Oberkochen statt. Acht Gruppen hatten hier die Chance, die Jury von ihren Ideen zu überzeugen. Diese besteht aus Unternehmern, Führungskräften und Professoren. Sie haben die Aufgabe, die Geschäftsideen und Businesspläne zu bewerten.

Businessplan und der noch spielerische Ernst des Lebens

Der Wettbewerb wurde 2003 ins Leben gerufen und besteht aus zwei Phasen. Die erste Phase ist die Findung und Entwicklung der Idee. Diese kann sowohl ein Produkt sein oder eine Dienstleistung: Hauptsache innovativ.

Nach der Vorstellung der besten Businesspläne geht der Wettbewerb in die zweite Runde. Die Gruppen spielen über mehrere Monate ein Planspiel, in dem sie ihr Unternehmen durch Höhen und Tiefen bugsieren und so viele Punkte wie möglich sammeln müssen. Hai-Trieu Le und Hannah Weschenfelder, die die erste Runde für sich enhtschieden haben, sagen, dass das Planspiel ganz schön zeitintensiv ist, vor allem neben den normalen Anforderungen in der Schule. Aber sie finden es sehr spannend und nehmen viel daraus mit. Die Planspielphase endet Mitte Mai. Dann werden die zehn Teams mit den höchsten Gesamtpunkzahlen zu einem Finale eingeladen, das auf der Unternehmertalente-Messe „Jugend gründet“ stattfindet. Dort entscheidet sich auch , welches Team als Gewinner in das Gründermekka Silicon Valley fliegen darf.

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