Oberkochen will 80 Millionen investieren

Lesedauer: 4 Min
 Die Stadt Oberkochen will im kommenden Jahr kräftig investieren.
Die Stadt Oberkochen will im kommenden Jahr kräftig investieren. (Foto: Thomas Siedler)
Edwin Hügler

„Die kleine Stadt Oberkochen dreht große Räder“. Dies hat Bürgermeister Petr Traub gesagt, als er im Gemeinderat den städtischen Haushaltsplanentwurf 2020 eingebracht hat. Er meinte damit das umfangreiche Investitionsprogramm von 80 Millionen Euro in den nächsten Jahren. „Wir stemmen das aufgrund unserer finanziellen Rücklagen ohne Schulden zu machen“, versprach Traub.

Zunächst ging er auf den Ergebnishaushalt 2020 ein, der erstmals im doppischen Haushaltssystem veranschlagt sei. Es ergebe sich zwar ein Zahlungsmittelüberschuss von 5,4 Millionen Euro, aber aufgrund der zu erwirtschaftenden Abschreibungen belaufe sich das ordentliches Ergebnis auf lediglich 2,8 Millionen Euro. Dies sei der zukünftige finanzielle Handlungsspielraum.

Nach Auskunft des Bürgermeisters bezahlt die Stadt Oberkochen nächstes Jahr 44,2 Millionen Euro an Umlagen an Bund, Land und Kreis. Dies seien doch gewaltige Beträge, unterstrich Traub.

Für die anstehenden Investitionen von 30,6 Millionen Euro allein 2020 sieht er die Stadt gut gerüstet. Für die Großprojekte Schulzentrum im Dreißental, Sanierung der Tiersteinschule, neues Sportzentrum in der „Schwörz“ und Neubau einer Kindertagestätte zusammen mit der Firma Carl Zeiss nehme man bis 2025 insgesamt 71 Millionen Euro in die Hand. Hinzu kämen Straßensanierungen, sodass sich das gesamte Investitionsvolumen auf rund 80 Millionen Euro belaufe.

Er betonte, dass die Stadt bei ihren Neubauvorhaben großen Wert auf Energieeffizienz und auf eine nachhaltige Bauweise lege. Das Sportzentrum in der „Schwörz“ sei in dieser Hinsicht ein Vorzeigeprojekt. „Wir reden nicht nur vom Klimaschutz, wir tun auch etwas dafür“ sagte Traub.

Eine große Rolle spiele auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Derzeit werde das Wohngebiet Kappellensteige erschlossen, weitere Bauvorhaben im innerstädtischen Bereich würden folgen.

Der Bürgermeister unterstrich auch die Bedeutung der großen Industrieunternehmen für die Stadt. So habe allein die Firma Zeiss in den letzten 20 Jahren am Standort Oberkochen eine Milliarde Euro investiert. Mit dem neuen interkommunalen Gewerbegebiet schaffe man für dieses Unternehmen weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Für kleinere Betriebe sieht Traub in der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets Oberkochen-Süd II eine gute Möglichkeit zu expandieren.

Mobilitätskongress geplant

Sorge bereitete dem Bürgermeister die Entwicklung des Verkehrsaufkommens in Oberkochen. Es werde daher im März 2020 ein großer Mobilitätskongress bei der Firma Zeiss in Oberkochen stattfinden.

Ein weiteres Sorgenkind sei der zunehmende Vandalismus in der Stadt. Es würden immer mehr Kinderspielplätze demoliert und Straßenlampen beschädigt. Um dies einzudämmen will Traub einen Kümmerer einstellen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen