Klassik-Preisträger in Oberkochen

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Das Calmus Ensemble wurde am 13. Oktober mit dem deutschen Klassikpreis ausgezeichnet.
Das Calmus Ensemble wurde am 13. Oktober mit dem deutschen Klassikpreis ausgezeichnet. (Foto: marco borggreve)
Aalener Nachrichten

Das Calmus Ensemble aus Leipzig stellt mit seinen Programmen gekonnt unter Beweis, dass man auf höchstem musikalischen Niveau sowohl ernsthaft als auch humorvoll sein kann. Damit erreichen sie nicht nur das deutsche Publikum, sondern sie sind seit Jahren auch im restlichen Europa und den USA äußerst erfolgreich. Am Sonntag, 1. Dezember, gastiert das Ensemble in der Reihe Oberkochen dell’Arte in der Versöhnungskirche. Die „Aalener Nachrichten / Ipf- und Jagst-Zeitung“ haben vorab mit den Musikern gesprochen.

Im Oktober haben Sie den Opus-Klassik-Preis verliehen bekommen. Was bedeutet der Preis für Sie?

Wir haben uns riesig über die Auszeichnung gefreut, gerade weil wir sie für so ein aufwendiges und besonderes Kooperationsprojekt mit dem Ensemble Amarcord und den Sopranistinnen Anna Kelnhofer und Isabel Schicketanz erhalten haben. Die Leipziger Disputation, die genau vor 500 Jahren in Leipzig stattfand, ist ein Ereignis, das wir unbedingt würdigen wollten. Immerhin wurden dort wichtige Weichen hin zur Reformation gestellt. Dass das dann auch so viel Zuspruch bei der Fachjury findet, ist wunderbar!

Opus ist der frühere deutsche Klassikpreis und wurde in verschiedenen Kategorien vergeben. In welcher Kategorie waren Sie nominiert?

Den Opus Klassik durften wir in der Kategorie „Chorwerkeinspielung des Jahres“ entgegennehmen.

Was machen Ihre Programme, Ihre Stimmkunst so einzigartig?

Wie bei dem Programm um die Leipziger Disputation, ist es uns als Ensemble auch bei allen anderen Programmen wichtig, dass wir ein Thema finden, das uns alle interessiert und welches uns die Möglichkeit gibt, die Zuhörer nicht nur zu unterhalten, sondern sie auch anzuregen. So gibt es derzeit ein Programm „Landmarks“, das sich aus Stücken verschiedener Komponisten der vergangenen 100 Jahre aus aller Herren Länder zusammensetzt. Natürlich geht es da auch beschwingt zu, klassische Moderne trifft auf Leonard Cohen und Sting, moderne Volksliedsätze auf Arrangements von Georg Kreisler. Allerdings kann man auch die dunkle Seite der Weltgeschichte dieser Zeitspanne nicht außer Acht lassen. So tauchen auch zwei bewegende Stücke des jüdischen Komponisten Mordechaj Gebirtig auf, der 1942 im Krakauer Ghetto starb. Calmus ist seit nunmehr 20 Jahren stetig gewachsen. Die Liebe zum Text und die Freude an ausgefallenen Programmen sind das, was wir als Ensemble in jedem Konzert transportieren wollen. Wir wollen dem Publikum Geschichten erzählen, verpackt in vielseitige Programme.

Am 1. Dezember treten Sie in Oberkochen auf. Auf was darf sich das Publikum freuen?

Dieses Jahr gibt es quasi ein „Best of Weihnachten“. In 20 Jahren Calmus-Geschichte gab es schon jede Menge Weihnachtsprogramme und wir möchten dieses Jahr die persönlichen Lieblingsstücke eines jeden von uns zum Klingen bringen. Man kann sich also auf ein sehr buntes und besinnliches Konzert freuen, denn das Feld der Favoriten reicht auch beim Thema Weihnachten von Motetten der Renaissance, über altbekannte Lieder in teils neuen Gewändern, bis hin zu Pop-Arrangements.

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