Jury ist sich einig: Manz kann’s

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The Jakob Manz Project: Hannes Stollsteimer, Frieder Klein, Preisträger Jakob Manz und Paul Albrecht (von links).
The Jakob Manz Project: Hannes Stollsteimer, Frieder Klein, Preisträger Jakob Manz und Paul Albrecht (von links). (Foto: Peter Schlipf)

Weitere Jazz-Lights-Veranstaltungen: 5. April, 19 Uhr, Carl-Zeiss-Kulturkantine: Incognito „In Search Of Better Days“; 6. April, 19 Uhr, Carl-Zeiss-Kulturkantine: Thomas Quasthoff & Band „Nice’n’Easy“; 7. April, 18.30 Uhr, evangelische Kirche Oberkochen: The Singing Gospel Sista’s. Karten: unter www.jazzlights.de, in Oberkochen bei der SO-Optik und im Zeiss-Forum-Shop, in Aalen bei der Tourist-Information und bei weiteren Vorverkaufsstellen.

Erstmals hat die Familie-Brucklacher-Stiftung im Rahmen der 29. Jazz Lights einen mit 5000 Euro dotierten Förderpreis vergeben. Dank der Jazzkompetenz der Jury fiel die Wahl auf ein wahres Juwel des Jazz-Nachwuchses: Der 17-jährige Saxofonist und Komponist Jakob Manz aus Bad Urach präsentierte sich im Leitz Auditorium als würdiger Preisträger, wie er nach der Preisverleihung bei einem Konzert eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Von Opas Kochtöpfen zu den Jazztagen Leverkusen

Von den Kochtöpfen des Opas über Wildes Holz und den Förderpreis in Oberkochen bis hin zu den 40. Jazztagen Leverkusen im kommenden November. „Es ist der Wahnsinn, was in den letzten Jahren alles passiert ist“, staunte der 2001 geborene Preisträger in seiner Dankesrede, in der er sich als sympathischer, bescheidener junger Mann präsentierte.

Ein ums andere Mal hatten die Zuschauer sogar das Gefühl, dass ihm das, was sein Saxofon-Professor Christian Weidner in seiner Laudatio über ihn sagte, fast etwas peinlich war. „Er brennt! Das ist nicht nur Power aus dem Bauch, sondern auch Neugier und Fleiß“, hatte Weidner seinen Schüler umschrieben, „ehrlich und direkt. Hier sprudelt die Musik.“ Besseres kann man über einen jungen Jazzmusiker eigentlich nicht sagen.

Seit drei Jahren ist Jakob Manz, der im Mai volljährig wird, Jungstudent bei Weidner an der Musikhochschule in Stuttgart. Seine beeindruckende musikalische Karriere begann allerdings schon früher. Mit fünf setzte er sich erstmals an ein Schlagzeug.

Später kam für den Sohn eines Musik-Gymnasiallehrers und einer Opernsängerin die Blockflöte dazu. Mit zwölf Jahren gewann Jakob Manz den von der Band Wildes Holz (siehe nebenstehenden Artikel) ausgeschriebenen Wettbewerb mit dem schönen Titel „Freiheit für die Blockflöte“.

Und schon mit zehn Jahren kam er zum Saxofon, dem Instrument, dem heute seine ganze Liebe gehört und mit dem auch Stiftungsvorsitzende Cornelia Brucklacher bei einem Konzert auf Schloss Kapfenburg auf den damals 14-Jährigen aufmerksam wurde.

Zur Feier ihre zehnjährigen Bestehens lobte die Stiftung nun erstmals einen Förderpreis aus, der künftig in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Kultur und Jugend- und Altenhilfe vergeben wird. Diesmal also die Kultur: „Die Kulturförderung genießt seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert in unserer Familie“, erklärte Cornelia Brucklacher und erinnerte dabei an ihren Vater Dieter Brucklacher, bis zu seinem Tod 2016 einer der Motoren des internationalen Oberkochener Jazzfestivals. „Jazz“, so Cornelia Brucklacher, „das ist grenzenlose Kreativität – ein Element, das wir in der Gesellschaft brauchen, um bestehen zu können.“

Wie kreativ Jazz tatsächlich ist, das demonstrierte im Anschluss an die Preisverleihung das Quartett The Jakob Manz Project. Die vier hochbegabten Musiker (Paul Albrecht, Schlagzeug, Frieder Klein am Bass, Hannes Stollsteimer am Piano und natürlich Jakob Manz am Saxofon) schafften es, in nur sechs Stücken zu zeigen, wie sie aussieht und was sie drauf hat, die nächste Generation des Jazz. Blues, Funk, New Soul: Mit erstaunlicher Leichtigkeit mischte das Quartett Klassiker wie „Watermelon Man“ von Herbie Hancock mit Eigenkompositionen wie „Desperation & Hope“ von Manz oder „Maltes Mops motzt“ aus der Feder des Bassisten Frieder Klein. Kurzum: Laudatio und Konzert gleichermaßen machten nicht nur Werbung für den Jazz, wie er in Zukunft sein wird, sondern waren Unterhaltung pur.

Weitere Jazz-Lights-Veranstaltungen: 5. April, 19 Uhr, Carl-Zeiss-Kulturkantine: Incognito „In Search Of Better Days“; 6. April, 19 Uhr, Carl-Zeiss-Kulturkantine: Thomas Quasthoff & Band „Nice’n’Easy“; 7. April, 18.30 Uhr, evangelische Kirche Oberkochen: The Singing Gospel Sista’s. Karten: unter www.jazzlights.de, in Oberkochen bei der SO-Optik und im Zeiss-Forum-Shop, in Aalen bei der Tourist-Information und bei weiteren Vorverkaufsstellen.

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