Grundsatzdiskussion um ein Schulzentrum

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Wo soll in Oberkochen ein neues Schulzentrum entstehen? Der Gemeinderat hat darüber ausführlich diskutiert.
Wo soll in Oberkochen ein neues Schulzentrum entstehen? Der Gemeinderat hat darüber ausführlich diskutiert. (Foto: Archiv: Julian Stratenschulte / dpa)
Edwin Hügler

In Oberkochen geht die Diskussion über einen möglichen zukünftigen Standort für ein Schulzentrum von vorne los: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, kurzfristig eine Machbarkeitsstudie für den Standort Tierstein erstellen zu lassen. Ebenfalls untersucht werden soll ob im Schwörz ein neues Hallenbad erstellt werden kann.

Die bisherige Beschlusslage sieht einen Bau des Schulzentrums am Standort Dreißentalschule sowie eine Sanierung des Hallenbads „aquafit“ vor. In der angeregten Diskussion im Gemeinderat kam das Thema Freizeitbad jedoch nicht zur Sprache, vielmehr drehte sich alles um den Standort der Schule.

Den Stein ins Rollen gebracht hat ein Antrag der CDU-Fraktion auf ein Moratorium bis zur Klausursitzung des Gemeinderates am 7. September beziehungsweise bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 24. September. Bis dahin sollten Aktivitäten zur Errichtung eines Schulzentrums am Standort Dreißental außer Vollzug gesetzt werden. Außerdem solle man 50 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie am Standort Tierstein zur Verfügung stellen. Die CDU will für alle Bauprojekte in Oberkochen ein modulares Gesamtkonzept für einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren entwerfen.

Traub für Dreißentalschule

Bürgermeister Peter Traub sprach sich dafür aus, beim Schulzentrum an der Beschlusslage für den Standort Dreißentalschule festzuhalten. Als Argumente nannte er vor allem finanzielle Überlegungen. So seien die Baukosten am Tierstein durch den Steilhang um fünf Millionen höher, außerdem gebe es bereits erhaltene oder zugesagte Zuschüsse für den Umbau und die Erweiterung der Dreißentalschule sowie schon angefallene Planungskosten. Diese Kosten summierten sich auf 7,5 Millionen Euro.

Als weiteres Argument führte er ins Feld, dass ein Neubau am Standort Tierstein mindestens noch sechs bis sieben Jahre dauere. Außerdem warnte er vor einer Erosion der Innenstadt, wenn alle Schulen komplett in den Außenbereich von Oberkochen verlegt würden. Ein Moratorium bis zum 24. September bedeute für die Dreißentalschule eine Bauverzögerung um ein Jahr, da man die Ausschreibungen in diesem Herbst dann nicht mehr schaffe.

CDU attackiert Bürgermeister

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Schulle warf Traub Unsachlichkeit vor. Er habe bereits alle Argumente ins Feld geführt, die man bei der Klausursitzung beziehungsweise in der nächsten Gemeinderatssitzung diskutieren wolle. Der CDU gehe es um ein Gesamtkonzept und um die Überlegung, was mittel- und langfristig das Beste für Oberkochen sei.

Bürgermeister Traub wies den Vorwurf der Unsachlichkeit entschieden zurück. Er habe nur sachliche Argumente genannt.

„Durch das hydrogeologische Gutachten für das Gebiet Schwörz ist die Büchse offen“, sagte Richard Burger (SPD). Er sieht allerdings keinen kausalen Zusammenhang zwischen den Projekten Freizeitbad und Schulzentrum.

Bernd Kresse (FBO) meinte, man dürfe jetzt keine Fakten schaffen und sprach sich für ein Moratorium aus. Der Antrag von Götz Hopfensitz (SPD), den Schulleiter der Dreißentalschule, Michael Ruoff, zu der gesamten Thematik zu Wort kommen zu lassen, wurde mit neun Nein-Stimmen (CDU und FBO) und neun Ja-Stimmen abgelehnt. Daraufhin verließ Ruoff den Sitzungssaal.

Gemeinderat folgt Grünen-Antrag

Letztlich folgte der Gemeinderat weitgehend einem Beschlussantrag der Grünen, den Joachim Heppner einbrachte. Es ist vorgesehen bis zur Klausursitzung am 7. September für 50 000 Euro eine Machbarkeitsstudie für ein Schulzentrum am Standort Tierstein zu erstellen. Außerdem soll die Verwaltung bei dieser Klausursitzung den Gemeinderat über einen möglichen Neubau eines Hallenbades im Schwörz informieren. Diese Themen sollen dann auch auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung kommen. Ein Moratorium für den Schulstandort Dreißentalhalle soll es nicht geben, vielmehr sollen die Werksplanungen fortgeführt werden.

Architekt Mathis Tröster informierte über den aktuellen Planungsstand für die Sanierung und Erweiterung der Dreißentalschule. Die derzeitige Kostenberechnung geht von einem Gesamtbetrag von 15,8 Millionen bis 2022 aus, dies sind 4,2 Millionen mehr als bei der letzten Kostenschätzung vor einem Jahr.

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