Ansteckungsgefahr mit Coronavirus: Nachbarschaftshilfe stellt Hausbesuche ein

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 Den Kontakt reduzieren Nachbarschaftshilfen auf telefonische Betreuung und Einkäufe.
Den Kontakt reduzieren Nachbarschaftshilfen auf telefonische Betreuung und Einkäufe. (Foto: dpa / Patrick T. Neumann)
Edwin Hügler

Das Coronavirus hat auch drastische Auswirkungen auf die Aktivitäten der organisierten Nachbarschaftshilfen in der Gesamtstadt Aalen und in Oberkochen.

Um das Ansteckungsrisiko für die Helferinnen, aber auch für die betreuten älteren Leute zu minimieren, haben die meisten Dienste ihre Hausbesuche eingestellt, halten aber telefonisch Kontakt und nehmen nach wie vor Einkaufstätigkeiten wahr.

Eine entsprechende Regelung haben bereits am Montag die Nachbarschaftshilfen der katholischen Kirchengemeinden Sankt Maria, Salvator für die Kernstadt und Sankt Bonifatius in der Weststadt für ihre insgesamt 220 Helferinnen getroffen.

Man sieht sich derzeit nicht in der Lage den Dienst wie gewohnt anzubieten. Haushaltstätigkeiten wie Kochen und Waschen für die älteren Leute könne man aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht mehr durchführen, erklärt Einsatzleiterin Birgit Simon.

Gefragt seien jetzt verstärkt die Familienangehörigen. Man führe jedoch Einkaufstätigkeiten und Besorgungen durch.

Es hätten sich sogar schon jüngere Leute gemeldet, um Einkäufe vorzunehmen. Doch bis jetzt gebe es da keine verstärkte Nachfrage.

Bei mir hat sich ein 90-Jähriger beklagt, dass jetzt niemand mehr zum Schachspielen kommt.

Dorothea Kienle

Nicht immer stoßen die beschlossenen Maßnahmen auf Verständnis bei den Betroffenen. „Bei mir hat sich ein 90-Jähriger beklagt, dass jetzt niemand mehr zum Schachspielen kommt“, sagt Einsatzleiterin Dorothea Kienle, die für die Bereiche von Salvator und Sankt Bonifatius zuständig ist.

Ebenso wie in der Kernstadt reagieren die Nachbarschaftshilfen in Wasseralfingen, Hofen und Fachsenfeld auf die Corona-Krise. Auch hier führen die insgesamt rund 80 Helferinnen nur noch Einkaufstätigkieten durch.

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Dabei werden die geltenden Abstandsregeln strikt eingehalten. Peter Fronober, Einsatzleiter bei Sankt Stephanus in Wasseralfingen, betont, dass man diese Vorgehensweise mit den Nachbarschaftshilfen in der Kernstadt abgestimmt habe.

Etwas anders ist die Situation in Ebnat. Hier versucht man den Dienst so gut es geht aufrecht zu erhalten. „Wir haben es unseren 18 Helferinnen freigestellt, in wieweit sie noch tätig sind“, sagt Einsatzleiterin Doris Eggstein auf Nachfrage der „Aalener Nachrichten/Ipf- und Jagstzeitung“.

Einen Notdienst der 38 Helferinnen starken ökumenischen Nachbarschaftshilfe gibt es in Oberkochen. Man lasse niemand im Stich, betont Einsatzleiterin Gisela Neubauer.

Ihren Erfahrungen zufolge seien vielfach bereits die Angehörigen bei häuslichen Dienstleistungen wie Waschen oder Kochen eingesprungen. Doch in Notfällen sei die Nachbarschaftshilfe nach wie vor auch zu solchen häuslichen Tätigkeiten bereit.

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