Adventskonzert – spannender als ein Krimi

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 Zahlreiche Musiker sind beim Konzert der Stadtkapelle Oberkochen geehrt worden.
Zahlreiche Musiker sind beim Konzert der Stadtkapelle Oberkochen geehrt worden. (Foto: Hügler)
Edwin Hügler

Spannender als ein Krimi ist das Adventskonzert der Stadtkapelle Oberkochen in der Dreißentalhalle gewesen. Gemeint ist in diesem Fall nicht das durchaus anspruchsvolle und lebendige musikalische Programm, sondern die Gemütslage von Dirigent Hans-Gerd Burr. Dieser wollte an diesem Abend eigentlich seinen Rücktritt verkünden, doch während des Konzerts und nach seinen eigenen Ausführungen zufolge „heftigen Blickkontakten“ mit seiner Frau hat er sich anders entschieden.

„Ich mache weiter, aber reißt euch zusammen“, sagte Burr zu den Musikern. Und so spielte die Stadtkapelle zum Finale anstatt der eigentlich vorgesehenen Hymne „Time to say good by“ als Happy-End das fröhliche „Im Weißen Rössl am Wolfgangsee“.

Was auch immer der Dirigent mit „Reißt euch zusammen“ gemeint haben mag, zumindest an diesem Abend legten sich die Musiker zwei Stunden lang gehörig ins Zeug. Die Musikkapelle erwies sich als homogener Klangkörper, spielte diszipliniert und bewältigte auch schwierige Tonpassagen mit Bravour. Die Handschrift von Hans-Gerd Burr, der seit fünf Jahren in Oberkochen den Taktstock schwingt, war unverkennbar.

Den Einstieg in das von Markus Wingert moderierte Programm bildete der spannungsgeladene Konzertmarsch „Kometenflug“ von Alexander Pfluger. Die „Lichtblicke“ von Kurt Gäble forderten der Musikkapelle viel ab. Es galt, Tempo- und Rhythmuswechsel zu bewältigen und das melodiöse Grundthema transparent zu gestalten.

Das Musikstück „Monumentum“ von Martin Scharnagel machte seinem Namen alle Ehre. Feierliche Choräle wechselten sich ab mit dem tänzerischen Allegro, lebendigen Elementen und Popballaden.

Einen anderen, nicht minder reizvollen Charakter hatten Evergreens aus dem Singspiel „Im Weißen Rössl“. Dabei musizierte die Stadtkapelle locker und fröhlich. Majestätische und kraftvolle Elemente belebten den historischen Marsch „Herzog von Braunschweig“, bevor sich die Stadtkapelle mit „Glasnost“ von Dizzy Stratford der russischen Musik widmete.

„Canta Napole“ von Lorenzo Bocci erzählte vom temperamentvollen Leben in Neapel, bei den Musicalmelodien aus „Mozart“ brillierte Nicolai Schurr als Solist am Saxofon und bei der Filmmusik „Disney Blockbuster“ zog das Blasorchester nochmals alle Register seines Könnens.

Eine von Lisa Vöhringer vorgetragene Geschichte und das von der Stadtkapelle intonierte Lied „Herbei Oh ihr Gläubigen“ stimmten auf die Vorweihnachtzeit ein.

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